13.12.2022 - 6 Betreuungssituation in den Kindertagesstätten d...

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
Reduzieren

Wortprotokoll

Frau Bürgermeisterin Martina Falkenberg erläutert die Vorlage und berichtet von der Personalsituation in der Kindertagesstätte Spatzennest.

 

Eine Elternvertreterin der Kindertagesstätte äußert sich zu den Antwortschreiben der Amtsverwaltung zu dem Elternbrief (siehe Anlage der Vorlage). Sie merkt kritisch an, dass Kita-Gebühren bei Gruppenschließungen nach dem Notfallplan nicht erstattet werden, weil ein zu hoher Verwaltungsaufwand dahinter stehen würde. Die Fachamtsleitung des Amtes für Jugend, Bildung und Kultur, Frau Josephine Kasper, verweist darauf, dass dies derzeit in den Satzungen klar geregelt ist und eine Erstattung nur dann in Frage kommt, wenn es zu einem längerfristigen Wegfall von Leistungen kommt. Für die wegfallenden Randzeiten ab 01.01.2023 zahlen die Erziehungsberechtigten keine Gebühren.

 

Die Elternvertreterin verweist außerdem darauf, dass die Personalsituation schon seit langem Thema sei. Sie vermisst das ausreichende kümmern auf Kreis- und Landesebene um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Aus ihrer Sicht gäbe es dafür zahlreiche Lösungsansätze, wie die Angleichung der Bezahlung an den für Hamburg gültigen Tarifvertrag und die Änderung schulische Ausbildung hin zu einer vergüteten praxisnahen Ausbildung. Frau Bürgermeisterin Martina Falkenberg verweist darauf, dass dies Themen der Landesregierung sind und von der Gemeinde nicht beeinflusst werden können.

 

Die Eltern fragen danach, welche kreativen Wege der Personalsuche Träger und Kita bisher gesucht hätten. Bürgermeisterin Falkenberg und Kita-Leitung Karla Zager weisen u.a. auf die „Pia“-Ausbildung hin, bei denen die Kita kreisweit eine Vorreiter-Rolle eingenommen habe. Über Aushänge, Messebesuche und Internetplattformen wurden von der Kita-Leitung Personal gesucht.

 

Frau Gemeindevertreterin Birte Marr verweist darauf, dass die Personalsituation nicht nur im Spatzennest angespannt ist, sondern dies ein Landes- bzw. Bundesweites Problem ist.

 

Frau Bürgermeisterin Martina Falkenberg teilt mit, dass noch vor Weihnachten zwei Vorstellungsgespräche mit Bewerber*innen stattfinden sollen. Die Gemeinde ist bestrebt schnellstmöglich neues Personal einzustellen.

 

Herr Gemeindevertreter Thomas Markert berichtet das die Personalsituation auch im Beirat der Kita bereits Thema war. Die drohenden Gruppenschließungen auf Grund von Krankheit wurden dort besprochen. Die Elternschaft hat sich bereits zu einer möglichen Lösung ausgetauscht um ein Losverfahren möglichst zu vermeiden. Auch konnten bereits räumliche Alternativen akquiriert werden, wo Eltern ihre Kinder selbst betreuen können.

 

Eine weitere Elternvertreterin erklärt, dass unter der Personalsituation auch die Qualität in der Bildungsarbeit leide. Sie fragt außerdem nach, ob keine „helfenden Hände“ eingesetzt werden können, wie dies bereits in Kieler Einrichtungen praktiziert wird. Es wird darauf hingewiesen, dass dies Pilotprojekte seien und bisher keine Anwendung in den Kindertagesstätten des Kreises findet. Gemeindevertreterin Birte Marr erläutert, dass auch FSJ Kräfte keine Lösung, sondern eher eine Mehrbelastung sind.

 

Gemeindevertreter Walter von Below richtet sich an die anwesenden Elternvertreter*innen mit der Bitte diese Themen auch an die Landesregierung zu richten.

 

Wolfgang Bober schildert seine Erfahrung als Schulelternvertreter und ermutigt die Eltern, dass ihre Stimme sehr wichtig sei und bei den zuständigen Stellen in Kreis und Land Gehör fände. Die anwesenden Eltern arbeiten bereits an einer solche gemeinsame Stellungnahme und wünschen sich dafür fachkundige Unterstützung von Gemeinde und Verwaltung. Diese wird zugesagt.

 

Die Gemeindevertreter Thomas Markert und Wolfgang Bober werben für kreative Lösungen im Personalmarketing. So sollen die Zahlung von Zulagen und die Einstellung von Unterstützungskräften geprüft werden.

 

Kitaleiterin Karla Zager gibt ein konkretes Beispiel einer Unterstützungskraft in der Kita, die trotz langjähriger Erfahrung in der Kita vom Kreis bisher als Betreuungskraft abgelehnt werde. Erst nach weitreichender ergänzender Fortbildung würde diese Kraft als Betreuung eingesetzt werden können. Eltern und Gremienmitglieder sehen hierin einen Ansatz, der weiterverfolgt werden sollte. Verwaltung und Kitaleitung werden gebeten, in dieser Angelegenheit beim Kreis noch einmal nachzufassen.

 

Gemeindevertreter Dr. Albrecht Sakmann verweist auf die Problematik des Mangels an Arbeitskräften und fordert eine Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen.

 

Frau Gemeindevertreterin Maret Brunnert fordert die Anpassung der Gehälter an Hamburger Verhältnisse um wettbewerbsfähig zu bleiben. Von Verwaltungsseite wird darauf hingewiesen, dass die Gemeinde an den Tarifvertrag gebunden sei. Dies sei Sache des Landes. Gemeindevertreterin Brunnert äußert die Idee, einen Springer für alle Einrichtungen über die Amtsverwaltung einzustellen und fragt ob es auch Arbeitszeitmodelle abseits der 5-Tage Woche gibt. Die Leiterin des Spatzennestes Karla Zager gibt an, dass diverse Arbeitszeitmodelle bereits gelebte Praxis sind. Die Einstellung eines Springers sieht sie kritisch, da dafür kein Personal auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Es hätten bereits gemeindeübergreifende Personal- „ausleihen“ stattgefunden. Derzeit hätte jedoch niemand Personal im Überhang, das ausgeliehen werden könne. Die Arbeitskräfte zögen außerdem einen fest zugeteilten Bereich einer Springertätigkeit vor.

 

Ein weiterer Elternvertreter fragt an, ob es möglich ist gemeinsam mit der Ev. Kindertagesstätte einen Springer zu beschäftigen. Dies wird Seitens der Fachamtsleitung Josephine Kasper verneint, da es sich um verschiedene Träger handelt.

 

In der Diskussion ist insgesamt deutlich geworden, dass alle Beteiligten sich einen kreativeren Umgang mit möglichen Lösungsansätzen zur Behebung des Fachkräftemangels im Kita-Bereich wünschen und es für notwendig erachten, dass Kreis und Land sich des Themas in dieser Hinsicht konkret öffnen und annehmen.

 

Frau Bürgermeisterin Martina Falkenberg schließt das Thema mit dem Dank an die anwesenden Eltern, sich in der Sache eingebracht zu haben. Sie appelliert an alle Beteiligten, sich bei dem Thema „Kitabetreuung“ zusammenzutun. Eltern und Gemeinde vertreten in dieser Sache dieselben Interessen und sollten diese gemeinsam bei den zuständigen Stellen – Kreis und Land – vorbringen. Eine entsprechende Unterstützung dabei seitens der Gemeinde sichert sie zu. Weitere Ideen und Vorschläge der Eltern werden gern entgegengenommen – und von der Verwaltung und Kita-Leitung auf Machbarkeit geprüft.

Reduzieren

Anlagen zur Vorlage