Bürgermeisterbrief 2015

 

Wappen Kröppelshagen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bürgermeisterbrief

Winter 2015

von Brauchitsch

Liebe Kröppelshagen-Fahrendorfer!

Die ersten Monate in meinem neuen Amt sind wie im Fluge vergangen und so langsam habe ich mich in die mir gestellten Aufgaben eingearbeitet. 

Das Thema Dorfentwicklung wird vorangetrieben und weiter entwickelt. 

Die Haushaltslage gestaltet sich für unsere Gemeinde weiterhin schwierig. Daher müssen oft auch unbequeme Entscheidungen getroffen werden.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich möchte allen freiwilligen Helfern, die sich für die Allgemeinheit und die Flüchtlinge in der Gemeinde einsetzen, meinen großen Dank aussprechen. Ohne diesen selbstlosen Einsatz können viele Aufgaben nicht erledigt und voran gebracht werden.

Während ich diese Zeilen formuliere, werden die Nachrichten von den erschütternden Ereignissen in Paris am 13.11. beherrscht. Neben großer Trauer und Wut, flößen die unfassbaren Attentate in unserem Nachbarland uns auch Angst vor weiteren Anschlägen ein.

Vor diesem Hintergrund möchte ich Ihnen ein Gedicht von Herman Hesse mit auf den Weg geben:

„Ich sehn‘ mich so nach einem Land der Ruhe und Geborgenheit.
Ich glaub‘, ich hab’s einmal gekannt, als ich den Sternenhimmel weit und klar vor meinen Augen sah, unendlich großes Weltenall.
Und etwas dann mit mir geschah: Ich ahnte, spürte auf einmal, dass alles: Sterne, Berg und Tal, ob ferne Länder, fremdes Volk, sei es der Mond, sei’s Sonnenstrahl, dass Regen, Schnee und jede Wolk, dass all das in mir drin ich find, verkleinert, einmalig und schön.
Ich muss gar nicht zu jedem hin, ich spür das Schwingen, spür die Tön‘ ein’s jeden Dinges, nah und fern, wenn ich mich öffne und werd‘ still in Ehrfurcht vor dem großen Herrn, der all dies schuf und halten will.
Ich glaube, das war der Moment, den sicher jeder von euch kennt in dem der Mensch zur Lieb‘ bereit:
Ich glaub, da ist Weihnachten nicht weit!“

Ich wünsche allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ein frohes und besinnliches Weihnachten und einen guten Start in das Jahr 2016.

 

 

 

Dorfentwicklung

Der Gemeinderat hat sich am 3.11.2015 mit dem Dorfentwicklungskonzept nochmal intensiv beschäftigt.  Auf der Einwohnerversammlung am 26.11.2015 wird das Konzept allen Bürgern von dem Büro BSK, Mölln, vorgestellt. Der Gemeinderat  wird das Thema in seiner Dezembersitzung  auf der Tagesordnung haben und dann entsprechende Beschlüsse fassen.

 

Haushalt

Für 2016 konnte wiederum kein ausgeglichener Haushalt erstellt werden.
Der Betrieb des Kindergartens und die Schulkostenbeiträge sind unsere größten Kostenpositionen.
Bei den Schulkostenbeiträgen kann man feststellen, dass es erhebliche Unterschiede in dem Betrag pro Schüler zwischen den verschieden Grundschulen gibt. Die Kosten sind für uns als Gemeinde damit schwer planbar, da es die freie Schulwahl gibt. Die Eltern entscheiden.
Für Investitionen haben wir nur noch geringe Spielräume und werden genau überlegen müssen, wofür wir unser Geld ausgeben können.

 

Schlichtwohnungen – Asylunterkünfte

Die Baugenehmigung für die Schlichtwohnungen an der Friedrichsruher Straße ist rechtsverbindlich und der Bau kann jetzt begonnen werden. Am 17. Dezember erfolgt der erste Spatenstich. Das Gebäude soll zum August 2016 bezugsfertig hergestellt sein. Das Amt sah sich bedingt durch die weiter steigenden Asyl-/Flüchtlingszahlen gezwungen, im Amtsbereich noch zusätzlichen Wohnraum an zu mieten, so auch in Kröppelshagen.

 

Stadt-Umland-Konzept Geesthacht

Derzeit wird mit der Stadt Geesthacht und den Gemeinden Hamwarde – Hohenhorn – Wiershop – Worth und Fahrendorf ein neues Konzept für die weitere Entwicklung der Gemeinden unter Berücksichtigung des Baus der Umgehung Geesthacht entwickelt.
Unser Ortsteil Fahrendorf wird in das Konzept eingebunden.
Die Landesplanung Schleswig-Holstein geht fest von dem Bau der Umgehungsstraße aus. Bei sämtlichen Planungen wird diese jetzt als Bestand bewertet.

 

Reparatur der L 208 von Kröppelshagen nach Aumühle

Die Reparatur sollte geplant von Mitte September bis Ende September dauern.
Die Straße musste bedingt durch Sicherheitsauflagen der Berufsgenossenschaft voll gesperrt werden.
Der Landesbetrieb Straßenbau Lübeck hielt es während der Bauphase nicht für nötig, die Gemeinde zeitnah über die Verzögerung und über deren Gründe zu unterrichten. Die Arbeiten wurden Mitte November abgeschlossen, somit war die Straße über zwei Monate voll gesperrt. Die Arbeiten haben somit viermal so lange gedauert wie ursprünglich veranschlagt.
Es lag wohl wieder an einer fehlerhaften Ausschreibung seitens der Verwaltung, für welche gerade der Landesbetrieb Straßenbau Lübeck mehr als bekannt ist.
Das Verhalten der Verwaltung ist nicht akzeptabel und ein gutes Beispiel für schlechtes Verwaltungshandeln.

 

Polizeistationen

Die neue Organisationsform der Polizei bedingt, dass die kleinen ländlichen Stationen geschlossen werden sollen und nur noch große Zentralstationen übrig bleiben. Dieses bedeutet, dass die Stationen in Aumühle – Dassendorf – Escheburg geschlossen werden. Die Bürgermeister des Amtes Hohe Elbgeest sind einhellig der Meinung, dass dieses Konzept keine Verbesserung der Sicherheitssituation für den Amtsbereich bedeutet, sondern eher eine Verschlechterung der Sicherheitslage. Wir werden die Entwicklung genau verfolgen. Die jetzige Regierung ist nicht bereit, ihr Konzept der sich ändernden Gefährdungslage an zupassen.

 

Ihr

Michael v. Brauchitsch

Bürgermeister


Sommer  2015

Liebe Kröppelshagen-Fahrendorfer!


Am 14. Juli 2015 hat der Gemeinderat getagt und musste einen Nachfolger für unseren langjährigen und verdienten Bürgermeister Volker Merkel wählen. 

Es gab zwei Kandidaten Dietrich Hamester und Michael von Brauchitsch. Die Gemeindevertreterinnen und -vertreter haben mich mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Volker Merkel gewählt. Dieser Vertrauensvorschuss freut mich sehr und ist zugleich ein großer Ansporn für meine zukünftige Arbeit. 

Für die über viele Monate geleistete Arbeit in der Stellvertretung von Volker Merkel als seinem 1. Stellvertreter möchte auf diesem Wege Herrn Dietrich Hamester auch im Namen der Gemeindevertretung unseren Dank aussprechen.

Mir ist bewusst, in welch große Fußstapfen ich mit der Wahl zum Nachfolger von Volker Merkel trete, der 17 Jahre lang unser Bürgermeister war. Ich baue auf die Zusammenarbeit mit allen in der Gemeindevertretung vertretenden politischen Parteien und Wählergemeinschaften. Ich habe mir zum Ziel gesetzt in dieser Hinsicht überparteilich zu arbeiten. Meine wichtigsten Ziele für die nächsten Jahre sind:

1) die Dorfentwicklung,

2) die Sanierung des Haushalts und damit der Unabhängigkeit unserer Gemeinde sowie

3) die Umsetzung des Projektes Schlichtwohnungen zur Unterbringung von Flüchtlingen.

Ich möchte Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger unseres Ortes bitten mich in der Arbeit zu unterstützen. Ich habe stets ein offenes Ohr für Sie und möchte gerne erster Ansprechpartner für Ihre Anliegen, Wünsche und Sorgen sein, so wie es mein Vorgänger auch gehalten hat.

Auf gute Zusammenarbeit!



Dorfentwicklung

Das Städtebauliche Entwicklungskonzept liegt nun vor und kann im Netz auf unserer Homepage eingesehen werden. Der Gemeinderat beschäftigte sich in einem Workshop am 8. September 2015 intensiv mit den von den Bürgern zusammen getragenen Argumenten, Anregungen und Vorschlägen.

Insbesondere sprachen wir über die Machbarkeit der im Konzept enthaltenden Vorschläge auch unter dem Aspekt der Kosten. Es ist geplant eine Prioritätenliste zu erstellen, welche Maßnahmen zeitnah und ohne große Kosten umgesetzt werden können. Es gibt darüber hinaus aufgezeigte Projekte, die einer weiteren intensiven Befassung und der Zustimmung anderer Behörden bedürfen und auch sicherlich erhebliche Kosten mit sich bringen. Es ist geplant das Konzept sowohl im Bauausschuss und in einer Gemeindevertretersitzung zu besprechen, bevor es in einer Einwohnerversammlung offiziell vorgestellt wird. Die Gemeindevertreter werden über das Konzept am Ende abstimmen müssen, ob es für die Gemeinde verbindlich werden soll.


Haushalt

Wir werden bedingt durch einen nicht ausgeglichenen Haushalt im Herbst über die Anhebung der Grund-, Gewerbe- und Hundesteuer entscheiden müssen.  Die neuen Sätze würden dann im Jahr 2016 zur Anwendung kommen. Der Finanzausschuss hat dazu erste Vorschläge gemacht die noch weiter zu diskutieren sind.


Schlichtwohnungen an der Friedrichsruher Straße

Der Bauantrag für die Schlichtwohnungen an der Friedrichsruher Straße ist auf den Weg gebracht und wir rechnen mit dem Bauanfang noch in diesem Herbst. Hier sind alle gefordert den täglich steigenden Anforderungen an die Unterbringung von Flüchtlingen Rechnung zu tragen.


Ihr

Michael v. Brauchitsch

Bürgermeister

 

Frühjahr 2015

Liebe Kröppelshagener, liebe Fahrendorfer! 


„To Pingsten ach wie scheun“ oder „Bolle reist zu Pfingsten, nach Pankow war sein Ziel“ zeugen eigentlich schon davon, dass Pfingsten seit vielen Jahren für Ausflüge bei schönem Wetter genutzt wird. Früher zu Fuß, mit der Bahn oder mit Pferd und Wagen. Heute natürlich auch zu Fuß, mit dem Fahrrad, der Bahn oder dem Auto. Nur wenige haben heute eine Kutsche mit ein bis zwei Pferden für den Pfingstausflug. Früher wurde dann in einem Lokal „eingekehrt“, die Älteren unter uns werden den Ausdruck noch kennen. 

Mai kühl und nass füllt dem Bauern Scheun und Fass.  Was noch bis Mitte des letzten Jahrhunderts ein großes Thema zu dieser Jahreszeit war, ist heute für ca. 1/3 der Menschheit auf der Welt ziemlich unbedeutend - die Ernteschätzung. Die Bewohner der Industrienationen leiden nicht an Hunger, sondern eher an den Wohlstandskrankheiten. Wenn es in einem Anbaugebiet Missernten gibt, werden diese durch andere Gebiete ausgeglichen. Auch wenn die Grundnahrungsmittel evtl. etwas teurer werden, spielt dies für uns nur eine untergeordnete Rolle, denn wir können es uns leisten. In den sogenannten Drittländern sieht es aber anders aus. Hier führen steigende Lebensmittelpreise besonders beim Getreide schon zu Hungersnöten, da die Menschen dort es sich oftmals nicht leisten können mehr als nur 1 ¤ täglich für Nahrungsmittel auszugeben. Hinzu kommen Kriege um Glauben und Macht. Für diese Leute ist Europa das „gelobte Land“ und Deutschland ist eines der begehrtesten Ziele der Flüchtlinge.  


Der Bau des Flüchtlingsheims auf dem Dazza-Gelände befindet sich nach wie vor in der Planung. Der Amtsausschuss hat dazu einen Sonderausschuss gegründet mit einem Mitglied aus Kröppelshagen-Fahrendorf, der den Bau und zurzeit die Planung begleiten soll. Unser Gemeinderat konnte dafür Herrn Michael von Brauchitsch gewinnen. Zwischenzeitlich hat das Amt Hohe Elbgeest ein Haus im Schlehenweg für 5 Jahre gemietet, in dem nun 14 Flüchtlinge untergebracht sind. Unsere Koordinationsgruppe, die sich bei den letzten „Runden Tischen“ gebildet hatte, war hierauf nicht vorbereitet gewesen und somit überrascht. Doch schnell wurde ein Willkommens-Kaffeetrinken in der Kapelle organisiert. 


Der Bau des Betriebsgebäudes für den Abwasserverband im Hohenhorner Weg geht nun voran, am 15.4. war Grundsteinlegung. 


Der Entwurf der Dorfentwicklung soll bis zum 11. Mai 2015 dem Gemeinderat vorgelegt werden, so dass dann in einer der folgenden Sitzungen darüber beraten werden kann. 


Der Finanzausschuss befasst sich zurzeit mit dem nicht mehr ausgeglichenen Haushalt. Leider ist der Handlungsspielraum sehr eingeengt, so dass wir kaum Möglichkeiten sehen etwas zu verändern. 


Viele fleißige Hände unterstützten die Gemeinde beim alljährlichen Frühjahrsputz in Kröppelshagen wie auch in Fahrendorf. Der anschließende Imbiss in Fahrendorf wurde im Fahrenkrug von Maike Wolf spendiert.  


Vielen Dank. 


Dietrich Hamester 

1. stellv. Bürgermeister