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Geschichte

An der Entwicklungsachse zwischen Bergedorf und Geesthacht liegend, gehört Escheburg heute zu dem östlichen Einzugsgebiet der Großstadt Hamburg. Die überörtlichen Verkehrsanbindungen in ost-westlicher Richtung durch die Bundesstraße 5 und die Bundesautobahn A25 prägen den Ort. Die ehemalige Bahnlinie der Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn wurde bereits 1953 stillgelegt, sie wird heute als Museumsbahn jedoch noch touristisch genutzt. Im ehemaligen Bahnhofsgebäude befindet sich eine Gastwirtschaft. Die Bevölkerungsentwicklung der vergangenen 125 Jahre machen den Einfluss der benachbarten Großstadt deutlich. 1867 lebten 369 Menschen in Escheburg, 1910 hatte die Bevölkerungszahl 458 erreicht und 1933  bereits 540. Mit der Ankunft der Flüchtlinge und Vertriebenen stieg die Bevölkerungszahl 1946 schlagartig auf 968. 1970 lebten dann 1.230 Menschen in der Gemeinde, am 31. Dezember 1999 waren es 1.800. Ursprünglich ein Bauerndorf, präsentiert sich die Gemeinde Escheburg heute als attraktiven Wohnort mit einer guten Infrastruktur im Bereich Schule und Freizeit. Für das gesellschaftliche Leben sorgen die Feuerwehr, der Sportverein, die Grundschule, der Kindergartenverein und die Kirchengemeinde.

Entstanden ist die Gemeinde Escheburg in der deutschen Siedlungszeit nach dem 12. Jahrhundert. Mit der gezielten Niederlassung von Menschen aus dem damaligen westlichen deutschen Reich entstanden in dem vorher von Wenden beherrschten Gebiet Ostelbiens neue Siedlungsformen. Dörfer wurden angelegt, bzw. bereits vorhandene Siedlungen nach deutschen Rechts- und Wirtschaftsmaßstäben neu organisiert, Kirchspiele gegründet und neue Herrschaftsformen, die auf Eid und Treue fußten, eingeführt. Escheburg gehörte allerdings zu einem Bereich im großen Ur-Sachsenwald, der nie systematisch von wendischen Stämmen durchdrungen wurde. Anzunehmen ist, dass auch nach der Völkerwanderung des frühen Mittelalters eine Restbevölkerung germanischer Abstammung um die Furtstelle bei Geesthacht zurückgeblieben ist. Der Name "Escheburg" ist auf jeden Fall eindeutig deutscher, und nicht slawischer Ursprung. Er wird zum ersten Mal urkundlich im Jahre 1319 festgehalten als "villarum Escheborg", in einer Urkunde von 1348 heißt es dann "tho Escheborch". Der Name bedeutet: "Eschenburg, Burg bei Eschen". Über diese sagenhafte "Burg" gibt es keine gesicherten Angaben. Eine Beschreibung des Dorfes von 1909 hält lapidar fest: "Vormals ist hier eine Burg gewesen, von welcher man Reste von Fundamentsteinen gefunden hat (die Erinnerung hieran scheint verloren zu sein)".

Escheburg war von 1650 bis 1838 eine wichtige Poststation auf der Strecke von Lauenburg über Bergedorf nach Hamburg. Proviant, Getränke wurden gereicht, Postsendungen wurden angenommen bzw. ausgegeben, die Postfahrer (Postillione in Uniform) stammten großenteils aus Escheburg. Die Zahl der Postlinien stieg. Mitte des 18. Jahrhunderts gab es die Berliner (zwei Mal die Woche), die Güstrowsche (zwei Mal die Woche), die Hallische, die Cellische, die Hannoversche Post, außer dem regelmäßigen Linien die „Extrapost“ und die „Küchenpost“. Diese hatte Fische und andere Delikatessen von Hamburg zu holen, sie nahm auch gelegentlich Reisende und Fracht mit. Die Poststation verband Escheburg mit der „weiten Welt“. Es gab mehrere Haltestellen für die konkurrierende Postlinien. Der Hof des Halbhufners Alfred Dreves an der B5 war unter den früheren Besitzern Vick und Schillhorn Königl. Preuß. Poststation. Ihr Nachbar, der Hof des Halbhufners Franz Wenck, frühre Kiehn, war im 17. und 18. Jahrhundert Churfürstlich-brandenburgische Poststation. Ein weiterer Nachbar, Franz Michaelis (heute Hars), führte im 18. Jahrhundert eine Poststation für die Güstrowsche Post. 1838 wurde die neue „Schnellstraße“ (Chaussee) zwischen Hamburg und Berlin eröffnet. Dies bedeutete das Ende der Poststation in Escheburg. Nunmehr gingen die Postboten über Wentorf und Schwarzenbek, die Tage, da die Escheburger in schmucken Uniformen ihre Postkutschen durch die Lande steuerten, waren vorüber.

Die ursprüngliche Dorfmitte ("Anger" genannt) lag geschlossen an der Nordseite des wichtigen Verkehrsweges zwischen Bergedorf und Geesthacht. Der Straßenname "Dorfplatz" erinnert an diesen Siedlungsursprung. Die alten Bauernhöfe lagen um den Dorfplatz herum. Erste Änderungen erfuhr die im 13. Jahrhundert angelegte Dorfstruktur im 18. Jahrhundert als das Gebiet Voßmoor mit Anbauerstellen erschlossen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute die Gemeinde Voßmoor zu einer attraktiven Wohnsiedlung aus. In der Franzosenzeit (1810-1813) erhielt Escheburg eine unvermutete Höherstufung. Wegen der Postmeisterei an der Alten Landstraße (heute B5) bestimmten die französischen Eroberer Escheburg zur "Maire" (= Bürgermeisterei) für die Dörfer der Umgebung. Dies bedeutete unter anderem, dass das Zivilstandsregister in Escheburg geführt wurde - in französischer Sprache. Die Menschen der Umgebung mussten z. B. ihre neu geborenen Kinder drei Tage nach der Geburt nach Escheburg zur Eintragung bringen, und zwar egal, wie das Wetter war. Wegen der Nähe zu Bergedorf und die Lage an der Chaussee, entwickelten sich in Escheburg nach 1870 einige neue Handwerksbetriebe. Eine Beschreibung der Gemeinde von 1909 hält fest: "Im Dorf einklassige Schule, 3 Wirtshäuser, Schmiede, einige Handwerker und Krämer". 1906 kam der Bahnhof der Bergedorf-Geestachter-Eisenbahn dazu. Dieser bildete den Kern für neue Siedlungen entlang der B5. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Gemeinde die Vielzahl an Flüchtlingen aufnehmen musste, entstanden neue Wohnbereiche, so zum Beispiel nach 1949 entstandene Bergsiedlung. Mit der zunehmenden Mobilität der Menschen nach 1960 wurde Escheburg außerdem zum beliebten Wohnort für Pendler, die in Hamburg arbeiteten. So errichtete man zahlreiche Einzel- und Doppelhäuser sowie Geschosswohnungen nördlich des Dorfplatzes. 1977 legte die Gemeinde den Grundstein für den Bau eines Gemeindezentrums mit Feuerwehrgerätehaus am Hofweg.

Die wichtigste Baumaßnahme der Gemeinde in der jüngsten Zeit war das Projekt „Grundschule mit Sporthalle“, das 1997 feierlich eingeweiht wurde. Damit schuf die Gemeinde einen weiteren Mittelpunkt für das dörfliche Leben. Escheburg gehört zu den wenigen Gemeinden, denen es gelungen ist, ihre „Dorfschule“ zu erhalten. Infolge der Reformation entstanden, finden wir die erste Nachricht von einer Dorfschule aus dem 17. Jahrhundert. Die von dem Hohenhorner Pastor Northusius ab 1646 neu angefangenen Kirchenregister für Taufen, Hochzeiten und Sterbefälle wiesen für das 17. Jahrhundert vier Lehrer bzw. Lehrerinnen für Escheburg aus. Der erste Lehrer war eine Lehrerin. Im Taufregister steht, dass die Schulmeisterin in Escheburg Maria Magdalena Peyen am 1. Dezember 1651 ihren Sohn Bartel taufen ließ. Der erste „ausgebildete Lehrer“ kam indes erst 1813 nach Escheburg: der am Lehrerseminar in Hannover „Junglehrer“ Johann Friedrich Kuhls, der dann über 50 Jahre an der einklassigen Schule wirkte. Die alte Schulkate befand sich am Rande des Dorfangers am Götensberg. 1912 baute die Gemeinde ein neues Schulgebäude, die sogenannte „Alte Schule“ am Schulweg, die den Namen „Grüppental-Schule“ erhielt. Über 80 Jahre lang ging der „Escheburger Nachwuchs“ dort zur Schule. Ihre Zahl erreichte in der Nachkriegszeit eine Höhe von über 150 Schüler und Schülerinnen.

Neben dem schönen Wanderweg durch das Bistal gehört das Denkmal "Welfen-Brücke" über einen Graben im Voßmoor zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes. An einem Schlussstein zu einer Seite der Brücke ist eine Krone zu sehen, der mit einem verzierten "R" (= Roi, bzw. König) und der Jahreszahl 1777 eingeritzt ist. Vermutlich ist die Brücke bei der Anlegung der ersten Anbauerstellen im Voßmoor entstanden.

Welfen-Brücke Escheburg
© Gemeinde Escheburg 

Welfen-Brücke

Escheburger Bahnhof

 









Escheburger Bahnhof um 1920

 

Villa Burgsee

Die Villa "Burgsee" um 1900