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Worther Kirche
© Th Benecke 
Kürbismann
AlteSchule2
Ehrendenkmal in der Dorfmitte
Bürgermeister Haus
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Eine selbständige Kirchengemeinde

 

„Im Kreis Herzogtum Lauenburg – Amt Geesthacht-Land – haben drei kleine Dörfer von zusammen 838 Seelen zwei Kirchen, aber nur einen Pastor: Hamwarde (501), Worth (182), und Wiershop (155). Es lohnt sich diese eigenartigen Erscheinungen nachzugehen, die schon seit Jahrhunderten besteht“.

So schrieb Theodor Nissen in einem Heft der Lauenburgischen Heimat im Juni 1962. Mit dieser Feststellung deutet Nissen auf eine Besonderheit der Kirchengeschichte im südlichen Kreisgebiet hin. Seit dem Mittelalter ist Worth eine selbständige Kirchengemeinde, die allerdings häufig Pastoren mit benachbarten Kirchen teilen musste.

Seitdem hat sich vieles verändert. Das Amt Geesthacht Land führt seit 1992 den Namen „Amt Hohe Elbgeest“. Die Einwohnerzahlen in den drei Dörfern sind vom 31. Dezember 1960 von 838 auf knapp 1.100 im Jubiläumsjahr 2007 angestiegen. Die beiden Kirchen Hamwarde und Worth haben keinen eigenen Pastor mehr, sie werden betreut von den Pastoren aus Brunstorf und Gülzow. Dennoch: Worth bildet eine eigene Kirchengemeinde.

Die erste Hamwarder Kirche wird 1448 erwähnt und hat wohl auch die Versorgung von Wiershop übernommen. Worth wird aber schon im Taxus Ecclesiarum von 1319 erwähnt; „ecclesia wort“ und dem ihr angeschlossenen Dorfe „wiershope“. Hamwarde wird dabei nicht erwähnt. Weiterhin wird die Kirche in Worth im Taxregister von 1339/1344 mit einem Einkommen von 16 Mark, das niedrigste im Bistum Ratzeburg, festgehalten. 1443 und 1463 spricht man von einem „kerkdorpe to der word“ in den alten Urkunden.

Die Kirche Hamwarde wird lange nicht erwähnt, man muss aber wohl davon ausgehen, dass auch hier eine Kirche war.

Bis zur Reformation waren selbständige Pfarrer in den beiden Kirchen. Die Zusammenlegung zu einer Pfarrstelle erfolgte nach der Reformation. Der erste Pastor nach der Reformation war Petrus Dochterrmann im Jahre 1570, der durch den Lauenburgischen Superintendanten Baring am zweiten Sonntag nach Epiphanies in sein Amt in Hamwarde eingeführt wurde.

In der Visitation von 1581 wird von einer Kirche mit dem Patron St. Jacobus in „Hanuwörde“ und ihrer „Worth Capell“ berichtet. Die St. Marien Kirche in Worth war also inzwischen zu einer Kapelle herabgesunken. Die Worther Kirchengemeinde blieb aber immer selbständig. Das wird deutlich bei der Visitation von 1653. Der Hamwarder Pastor schlug vor, die dortigen Gottesdienste auf das übliche Maß anderer Kapellen zu beschränken. Da widersprachen die Worther erfolgreich und erreichten, dass sogar die gemeinsame Rechnungsführung abgeschafft wurde. 1690 wird wieder von einer „worthischen  Kirche“ gesprochen.

Ein am 19. Oktober 1746 zwischen dem Hamwarder Pastor und der Gemeinde Worth abgeschlossener Vergleich regelte die Gottesdienstordnung für die Folgejahre. Auf diesen Vergleich bezogen sich die Worther, als im Jahre 1843 von dem Brunstorfer Pastor vorgeschlagen wurde, die selbstständige Kirchengemeinde eingehen zu lassen, um den Neubau der Hamwarder Kirche zu finanzieren. Der Superintendent stellte am 21. Februar 1844 nachdrücklich fest, dass die Gemeinde Worth eine selbständige Kirchengemeinde bleiben solle.

Bis zum Jahre 2002 hatten die drei Gemeinden einen eigenen Pastor, der im Pastorat in Hamwarde wohnte. Nach fast neun Jahren verließ Pastor Hans-Joachim Struck die Kirchengemeinde Hamwarde. Die Pastorenstelle war schon seit einiger Zeit von der nordelbischen Kirche als halbe Stelle geführt. Diese halbe Stelle wurde noch mal halbiert und für die nächsten Monate übernahm der Gülzower Pastor Torsten Gloge die Seelsorge in Hamwarde, Worth und Wiershop.

Am 1. November 2002 kam es zu einer Neuregelung für die Gemeinden. Drei Viertel der Aufgaben mit Schwerpunkt Hamwarde übernimmt Pastor Gloge aus Gülzow und ein Viertel mit Schwerpunkt Worth übernimmt Pastor Soltmann aus Brunstorf.

Die Marienkirche in Worth

Die jetzige Kirche in Worth stammt aus dem Jahre 1794, nachdem das alte Gebäude im Sommer 1793 baufällig wurde. „Die Kirche zu Wordt drohet dem Einsturz“. Die Behörden hätten es damals lieber gesehen, dass die Worther nach Hamwarde zum Gottesdienst gehen würden. Das wollten die Worther aber nicht und so beteiligten sie sich mit einer erheblichen Summe an dem Neubau der Kirche. Mit dem Maurermeister Brandt wurde ein Vertrag geschlossen, dass dieser die Kirche zum Winter fertig bauen sollte. Dieser Vertrag wurde am 26. Juni 1794 von dem Worther Bauernvogt Johann Jochim Lüdemann und dem Amts-Maurermeister Hans Hinrich Koop unterzeichnet.

Der erste Gottesdienst in der neuen Kirche wurde am 3. Adventssonntag, dem 14. Dezember 1794 vom Pastor C.D. Donner aus Hamwarde gehalten.