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Im Amt Hohe Elbgeest sind Flüchtlinge willkommen

Escheburg – Bürgermeister Rainer Bork und die Fraktionen der Gemeindevertretung von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen und EWG hatten am 23. Februar zu einer Informationsveranstaltung eingeladen: „Flüchtlinge sind auch in Escheburg willkommen“. Über 250 Zuhörer kamen, um Informationen aus erster Hand zu erfahren. Für das Amt Hohe Elbgeest nahmen Amtsvorsterin Martina Falkenberg, die Leitende Verwaltungsbeamtin Brigitte Mirow und Fachbereichsleiter Frank Jacob teil. Karsten Fries, Fachdienstleiter Soziale Leistungen des Kreises Herzogtum Lauenburg, erläuterte die aktuelle Lage der Zuweisung der Asylsuchenden von der Erstaufnahme des Landes in Neumünster in den Kreis und weiter in die Kommunen.

„In der Erstaufnahme sollen die Flüchtlinge sechs Wochen bleiben und den Antrag auf Asyl beim Bundesamt stellen sowie erste Sprachkenntnisse erwerben“, erklärte Fries. Tatsächlich sei aber nur ein Aufenthalt von wenigen Tagen in der überfüllten Erstaufnahme möglich, so dass Asylbewerber mit immer kürzerem Vorlauf in den Kreisen und von dort in Ämtern und Städten untergebracht werden müssen. 580 Asylbewerber sind 2014 in das Herzogtum gekommen, in diesem Jahr geht Karsten Fries von einer Verdopplung der Flüchtlingszahlen aus. „Seit Anfang Januar sind nicht fünf, sondern zehn Personen pro Woche unterzubringen, zuletzt sogar 27 Asylbewerber innerhalb einer Woche.“ Ministerpräsident Torsten Albig geht für das Jahr 2015 von einer Verdreifachung der Flüchtlingszahlen auf landesweit 20.000 Menschen aus.

Karsten Fries, Leiter Soziale Dienste im Kreis Herzogtum Lauenburg, berichtete über den aktuellen Flüchtlingszustrom. Frank Jacob, Martina Falkenberg und Brigitte Mirow vertraten das Amt Hohe Elbgeest.

Dabei steht  vor allem in den ländlichen Gebieten kaum noch Wohnraum zur Verfügung. Auch die Betreuung der Kinder und Jugendlichen in Schule und Kindergarten stellt die Kommunen vor große Herausforderungen. LVB Brigitte Mirow betonte, dass politische Flüchtlinge aus dem Irak oder Syrien gemäß Artikel 16 des Grundgesetzes ein Verfassungsrecht auf Asyl haben und das Amt Hohe Elbgeest zur Erfüllung des Gesetzes verpflichtet ist. Nach den amtlichen Aufgaben, wie Anmeldung am neuen Wohnort, Auszahlung der finanziellen Leistungen und Zuweisung der Unterkunft, leisten vor allem die ehrenamtlichen Helferkreise den Flüchtlingen wertvolle Unterstützung, sich im Alltag zurecht zu finden, Einkäufe zu erledigen oder die Grundausstattung sowie Kleidung zu ergänzen in den Sozialkaufhäusern der Umgebung.

Brigitte Mirow erläuterte kurz den zeitlichen Ablauf des Immobilienkaufs in Escheburg. Am 16. Dezember 2014 beschloss der Amtsausschuss, die Amtsvorsteherin zu Kaufverhandlungen und Kauf des Doppelhauses zu ermächtigen. Am 20. Januar 2015 wurde in nichtöffentlicher Sitzung die Escheburger Gemeindevertretung darüber informiert, verbunden mit der Aufforderung, bis zum Vertragsabschluss am 22. Januar Stillschweigen zu bewahren. Wirksam wurde der Notarvertrag zum 26. Januar. Anschließend sollte das lange leerstehende Haus renoviert und die Nachbarschaft eingebunden werden. Der Bürgermeister der Gemeinde hatte bereits am 4. Dezember in einer Einwohnerversammlung über die Asylunterbringung informiert, und seit Mitte Dezember 2014 bereitet sich ein Kreis von Escheburgern zusammen mit Pastorin Christel Rüder darauf vor, Flüchtlinge in ihrem Ort ein herzliches Willkommen zu bereiten. Auch dies war öffentlich bekanntgegeben.

„Durch den stark ansteigenden Flüchtlingsstrom stand am 3. Februar kein Bett mehr im Amtsgebiet zur Verfügung, wir mussten aber sechs irakische Flüchtlinge am 10. Februar unterbringen“, erläuterte Brigitte Mirow. Darüber wurden der Escheburger Bürgermeister Bork und die Gemeindevertreter informiert. „Wir haben insgesamt 112 Asylbewerber problemlos mitten unter uns in den Gemeinden des Amtes untergebracht und keinerlei Anzeichen, dass es in Escheburg anders sein könnte“, betonte Brigitte Mirow. Nach der Sanierung des Brandschadens werden in einem Monat Flüchtlinge die beiden Doppelhaushälften in Escheburg beziehen. „Wir wissen nicht, wer die Personen sein werden, woher sie kommen. Wir wissen, dass sie Schutz und Unterstützung bei uns suchen und hoffentlich auch finden werden“, betont Brigitte Mirow.

Insgesamt werden nach dem aktuellen Stand 40 Asylbewerber nach Escheburg kommen. Für 20 Personen werden Wohncontainer errichtet. Weiteren Wohnraum in Escheburg will das Amt Hohe Elbgeest anmieten und bittet dringend um Mietangebote für geeigneten Wohnraum.

In Aumühle, Wohltorf und Dassendorf sind derzeit 70 Asylbewerber untergebracht; weitere wohnen in Worth, Börnsen und Escheburg. In Kröppelshagen plant das Amt Hohe Elbgeest ein Wohngebäude für circa 40 Asylbewerber; in Börnsen sollen ebenfalls ungefähr 40 Menschen in festen Gebäuden sowie Containern wohnen können. Mangels geeignetem Wohnraum werden im Jahr 2015 in Hohenhorn, Wiershop und Hamwarde Wohncontainer aufgestellt.

In der zweistündigen Veranstaltung wurden Sorgen und Bedenken der Anwohner geäußert, aber auch die Hilfsbereitschaft vieler Escheburger, sich der Flüchtlinge anzunehmen, die wegen Gewalt und Terror ihre Heimat und ihre Familien verlassen haben. Die Helferkreise aus Dassendorf und Börnsen berichteten von den ersten Erfahrungen mit Flüchtlingen aus Syrien und dem Kosovo, die in ehrenamtlichen Sprachkursen erste Deutschkenntnisse erwerben. „Es entstehen Freundschaften, die das Leben der Helfer bereichern“, betonte Olof Masch vom Helferverein „Willkommen in Dassendorf e.V.“. 

Aktuelle Informationen zu „Asyl im Amt Hohe Elbgeest“ finden sich unter www-amt-hohe-elbgeest.de“/Aktuelles/Flüchtlinge.