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Kindertagesstätte Sonnenblume

Betreuungsangebot: montags bis freitags.

In der Kindertagesstätte gibt es folgendes Angebot für Kinder der Altersgruppe 1 bis 6,5 Jahren:

1 Krippengruppe   8.00 - 15.00 Uhr
   
2 Ganztagsgruppen   8.00 - 15.00 Uhr
   
zusätzlich:  
Frühdienst   7.00 -   8.00 Uhr
Spätdienst 15.00 - 16.00 Uhr


Unterlagen zur Kenntnis:

Notfallplan » (PDF, 167 kB)

Medikamentengabe (DGUV) » (PDF, 337 kB)

Datenschutz » (PDF, 299 kB)


Konzept

Das Konzept ist in Arbeit und wird zu gegebener Zeit hochgeladen.


Bildung nachhaltige Entwicklung (BNE) in unserer Kita "Sonnenblume"

3 große Projekte, die wir mit allen Gruppen gemeinsam gestaltet haben:

  • Bienen – „Die Bedeutung der Biene für uns Menschen“
  • „Lebensraum – Wald“
  • Hühner

Dauerhafte Bildungsanlässe, die in der Kita präsent sind (mal mehr und mal weniger, es muss immer mal wieder ins Bewusstsein der Mitarbeiterinnen zurückgeholt werden)

  • Schaffung und Pflege eines Bienenbeetes
  • Hochbeete (pflanzen, säen, pflegen, ernten) – hier immer wieder die Verbindung zur gesunden Ernährung
  • Regelmäßige Kochtage im Ele Bereich und Backtage in der Krippe
  • Milch beziehen wir von einem regionalen Anbieter
  • Der Caterer für unsere Mittagessen hat sehr viele Vollkornkomponenten im Speiseplan, kein Schweinefleisch, täglich Obst oder Gemüse – wir bestellen nur ein Mal in der Woche ein Menü mit Fleisch
  • Die Kinder werden erinnert, das Licht nach dem Toilettengang auszumachen, nur ein Blatt Papier zum Abtrocknen zu verwenden und den Wasserhahn während des Einseifens der Hände abzudrehen
  • Die Kinder trennen den Müll in die entsprechenden Gefäße

Elternarbeit

  • Elternabende, um unsere Projekte vorzustellen und den Eltern das Thema BNE näher zu bringen
  • Aus der Elternschaft heraus ist die Idee gewachsen, das Frühstück der Kinder möglichst plastikfrei zu gestalten – Thema Müllvermeidung

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

  • Unser Förderverein hatte die Idee zum Projekt „Hühner“. Er hat die Miete der Hühner bezahlt und Kontakt zum Verleiher aufgenommen.
  • Imker
  • Nabu – diesen hatten wir zum Projekt Wald engagiert
  • Beteiligung an der jährlichen Aktion „sauberes Schleswig Holstein“ – wir sammeln mit den Kindern Müll

Träger:

  • Er plant mit uns und für uns den Spielplatz naturnah zu gestalten.
  • Wir wollen Bewegungsmelder in den Waschräumen anschaffen.
  • Er unterstützt uns immer – wenn wir Bedarf haben

Team

  • Sichtweisen und Einstellungen haben sich während der Arbeit bei Mitarbeiterinnen verändert – sie kaufen im privaten Bereich bewusster ein, achten auf Umverpackungen...
  • Allen Mitarbeiterinnen liegt das Thema Nachhaltigkeit sehr am Herzen. Jeder entscheidet für sich, was für ihn wichtig ist – oder an welcher Stelle er etwas verändern kann = Vorbild für die Kinder

2018: Projekt Biene - 1. Auszeichnung als Kita 21

Die Kita macht sich auf den Weg, BNE als Grundhaltung und Leitprinzip pädagogischen Handelns zu verstehen


Liebe Eltern,

unsere Kita begleitet Ihre Kinder für einen längeren Zeitraum des Tages und wird damit zu einem wichtigen Lebens- und Lernort für sie selbst und für ihre Bezugspersonen. Unser Ziel ist es, Ihre Kinder in allen Bereichen ihrer Entwicklung zu unterstützen und sie auf den Eintritt in die Schule vorzubereiten. Wir sind sehr bemüht, Bewährtes zu stärken und uns aber auch gleichzeitig auf Neues einzulassen.

So ist unsere Portfolioarbeit gut angelaufen und auch mit dem Programm „Kinder im Gleichgewicht“, über welches wir Sie erst vor kurzem in einem Elternbrief informiert haben, machen wir gute Erfahrungen. Neben diesen vielfältigen Aufgaben sehen wir jedoch auch noch Verantwortlichkeiten in einem weiteren Bereich, der allen Mitarbeiterinnen sehr am Herzen liegt. Pädagogische Einrichtungen haben unserer Meinung nach neben ihrer Arbeit mit den Kindern ebenso eine Verantwortung gegenüber unserer Gesellschaft und dementsprechend auch gegenüber unserer Natur. So sind wir im vergangenen Jahr auf eine Thematik gestoßen, die uns sehr angesprochen hat und die in Zukunft eine nicht unerhebliche Rolle innerhalb unserer Arbeit erhalten soll: Bildung für nachhaltige Entwicklung

Ein Begriff, der mittlerweile in aller Munde ist und der uns an vielen unterschiedlichen Stellen des Lebens begegnet. Doch was bedeutet dies konkret?

„Wir können die erste Generation sein, der es gelingt, die Armut zu beseitigen, eben wie wir die letzte sein könnten, die die Chance hat, unseren Planeten zu retten“ Ban Ki-Moon, UN Generalsekretär Generalversammlung, Vereinte Nationen 2015

1992 verabschiedete die Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro die Agenda 21, ein politisches Aktionsprogramm, in dem sich 178 Staaten zu einer Politik der nachhaltigen Entwicklung verpflichteten. Mit einem einstimmigen Bundestagsbeschluss erhielt die „Deutsche UNESCO- Kommission den Auftrag, die deutschen Aktivitäten der UN- Dekade mit dem Ziel zu koordinieren, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen, verschiedene Akteure zu vernetzen, das Konzept weiter zu entwickeln und in den unterschiedlichen Bildungsbereichen von der Kita bis zur Hochschule zu etablieren.

Als Ergebnis dieser Arbeit wurde folgendes Leitbild entwickelt:
BNE möchte die Menschen in die Lage versetzten, nachhaltig zu denken und zu handeln und Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Es geht darum abzuschätzen, welche Auswirkungen das eigene Handeln auf die Natur, künftige Generationen oder das Leben in anderen Regionen der Erde hat und sich dadurch an der Gestaltung einer gerechteren Zukunft zu beteiligen.
Übertragen auf das Arbeitsfeld Kita bedeutet dies nicht nur Vermittlung von Sachwissen in einzelnen Handlungsfeldern. Vielmehr geht es darum Handlungskompetenzen zu erwerben, damit die Kinder erfahren, wie wichtig es ist neue Wege zu gehen und auszuprobieren. So ist es wichtig, dass die Kinder sich mit wichtigen Themen unserer Zeit auseinandersetzen.

Kita 21- Die Klimaretter ist eine Bildungsinitiative der S.O.V. Save Our Future – Umweltstiftung. Die Umsetzung wird im Kreis Herzogtum Lauenburg durch die Buhck – Stiftung gefördert.

Ziel der Bildungsinitiative Kita 21 ist es, Kitas dabei zu unterstützen, BNE einzuführen, weiter zu entwickeln, zu verankern und sie auf ihrem Weg zu einem Lernort nachhaltiger Entwicklung zu begleiten. So bietet die Initiative eine 3 tägige kostenlose Fortbildung für Erzieherinnen an. An dieser haben im vergangenen Jahr 2 Mitarbeiterinnen unserer Kita teil genommen, die nun federführend bei unserer eigenen Projektgestaltung sein werden. Während der letzten Dienstbesprechungen haben sich alle Mitarbeiterinnen intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. Dabei wurde noch einmal deutlich, dass BNE für alle eine große Bedeutung hat (auch im privaten Bereich) und das es allen eine große Herzensangelegenheit ist, sich gemeinsam mit den Kindern auf den Weg zu BNE zu machen.
Es gibt sehr viele Themenfelder, die die Kinder ansprechen würden und bei welchen wir teilweise auch schon bewusst danach handeln: wir trennen beim Frühstück den Müll, wir bemühen uns Strom zu sparen, indem in Räumen, in welchen niemand ist, das Licht ausgemacht wird und wir achten darauf, das Malpapier, welches nur mit einem Strich bemalt wurde, nicht achtlos weggeworfen wird.
In dieser Woche nun starten wir innerhalb der Morgenkreise gemeinsam mit den Elementargruppen in das Projekt Biene. Die Kinder werden viel über die Biene, ihr Aussehen, Verhalten usw. erfahren. Es ist uns wichtig, dass den Kindern die Bedeutung der Bienen für unser Leben bewusst wird und was wir selbst dafür tun können, wieder mehr Lebensraum für Bienen zu schaffen, um so dem Bienensterben entgegen zu wirken. Mit diesen Themen werden wir uns ein Jahr lang immer wiederkehrend beschäftigen, auch in der Krippe wird es einzelne Tage zum Projekt Biene geben. Die inhaltliche Arbeit im Elementarbereich beginnt damit, dass sich beide Gruppen dem Thema widmen und gemeinsam daran arbeiten. Unsere Schulmäuse sollen unsere Bienenprofis werden. Im ersten Schritt werden sie Pflanzen für ein Bienenbeet kaufen, welches wir vor der Kita anlegen wollen. Im Anschluss daran sucht sich jede Gruppe 2 Pflanzen aus, um zu erforschen, wie die Blüten aufgebaut sind, damit die Bienen an den Nektar kommen.

Durch eine umfangreiche Dokumentation wollen wir belegen, wie wir mit den Kindern unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit am Thema Biene gearbeitet haben. Mit diesen Aufzeichnungen bewerben wir uns im kommenden Jahr um die Auszeichnung „KITA 21“. So können wir auch nach außen verdeutlichen: wir sind eine Kita, die sich als Lernort für nachhaltige Bildung und Erziehung versteht.
Wir laden Sie herzlich ein, uns auf diesem Weg zu begleiten, an unserer Arbeit teil zu haben und uns sehr gern mit Ideen zu unterstützen.
Ihr Team der Kita „Sonnenblume“

Diesen Elternbrief haben wir im Mai diesen Jahres an die Eltern verfasst und sind direkt in unser neues Projekt „Biene“ eingestiegen.

Was ist seitdem passiert?
Als erstes waren wir gemeinsam mit den Schulmäusen Stauden und Kräuter einkaufen. Diese wurden dann am kommenden Morgen den anderen Kindern im Morgenkreis vorgestellt. Jede Gruppe hat sich drei Pflanzen ausgesucht, mit denen sie sich näher beschäftigt. Die Kinder erfahren, wie eine Blüte aufgebaut ist und wie Bienen diese dann bestäuben. Im Anschluss daran haben wir am Kreisel im Schlehenweg unser neue angelegtes Bienenbeet bepflanzt und hoffen, dass alles gut wächst, um den Bienen viele unterschiedliche Blüten und neuen Lebensraum anzubieten. Vor dem gleichen Hintergrund konnte sich ein paar Tage später jedes Kind einen Blumentopf mit Erde befüllen und Ringelblumen einsäen. Im Anschluss wurden die Töpfchen mit nach Hause genommen, um sie dort weiter zu pflegen und den Bienen in jedem Garten der Kinder neue Anflugmöglichkeiten zu schaffen. Diese Aktionen sollen den Kindern einerseits natürlich Wissen vermitteln, aber vor allem den Gedanken der Nachhaltigkeit aufgreifen.

Weiterhin haben wir selbst Honig aus Holunderblüten gemacht, singen fleißig unser Lied „Summ, summ, summ, Bienchen summ herum“ und bald bekommen wir Besuch von einem Imker. Dieses Projekt wird uns auch nach den Sommerferien weiter begleiten.


Antje Aderhold

2020: Projekt Wald - 2. Auszeichnung als Kita 21

Der Wald ist voller Nachhaltigkeit – Lebensspender Baum – ein neues Projekt zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Vielfältige Naturerfahrungen führen zu einer tieferen Naturverbundenheit, zu einem verbesserten Naturwissen und wirken sich somit positiv auf eigenes Umwelthandeln und Einstellungen aus.

Was liegt also näher, als einmal den uns umgebenden Wald in den direkten Fokus unserer Arbeit zu stellen.

Gemeinsam mit allen Kindern der Kita haben wir uns Anfang des Jahres auf eine Entdeckungsreise begeben, um den Wald als erfahrbare und zu entdeckende Natur zu erleben, welcher Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen ist und natürlich auch eine große Bedeutung für uns Menschen hat.

Den Beginn unseres Projektes bildete ein Spaziergang jeder Gruppe in den Wald. Nachdem die Kinder mit all ihren Sinnen erste Eindrücke gesammelt haben, durfte sich jedes Kind seinen Lieblingsbaum aussuchen. Diesen haben wir dann mit dem Kita – Symbol des jeweiligen Kindes gekennzeichnet. Es war wunderbar zu beobachten, wie unterschiedlich die Kinder in Kontakt zu ihrem Baum gegangen sind. Einige haben die Rinde erfühlt, andere haben ihrem Baum etwas erzählt bzw. haben von ihrem Baum etwas erzählt bekommen, wieder andere Kinder haben ihren Baum mit Naturmaterial geschmückt oder sich einfach nur an den Stamm gesetzt und diesen Moment in Ruhe genossen.

Im weiteren Verlauf begann jeder weitere Waldbesuch mit einem besonderen Ritual, um die Kinder auf neue Erfahrungen und Erlebnisse einzustimmen. Dafür setzte sich jedes Kind an seinen Lieblingsbaum und hörte ihm zu, was der Wald oder der Baum so zu berichten hat. Durch diese kleine Entspannungseinheit (Meditation) erlebten die Kinder ganz bewusst einen Moment der Ruhe und ihren Baum als „Ort der Stille“.

Im Anschluss konnten die Kinder einer selbst erdachten Geschichte von der kleinen Fichte lauschen. Dafür haben wir es uns rund um eine kleine, im Wald wachsende, Fichte gemütlich gemacht. Dieser Ort wurde im weiteren Verlauf zu einem festen Treffpunkt zum Lesen der Geschichte, die von uns, je nach neuen Erlebnissen und neuen Erkenntnissen, immer weitergeschrieben und aktualisiert wurde.
Wir haben begonnen, mit den Kindern den Aufbau eines Baumes und die Funktionen der einzelnen Teile zu erarbeiten und unterschiedliche Baumarten kennenzulernen. Sehr schnell wussten die Kinder, ob ihr Baum ein Laub- oder Nadelbaum ist und kannten dessen Bezeichnung.

Ein erstes Highlight in dieser Phase war der Besuch der Fuchsmobiles des Nabu Hamburg. Auf einer kleinen Entdeckungsreise durch den Wald konnten die Kindern Zusammenhänge zwischen dem Wald mit seinen Bäumen und dem Wald als Lebensraum für zahlreiche Tiere erkennen.

Danach erfolgte, bedingt durch Corona, der Lock Down und damit eine Unterbrechung unserer Arbeit.

Das Team der Kita stand nun vor der Herausforderung, in Kontakt zu den Kindern und ihren Familien zu bleiben und auch unser Projekt Wald nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Dies ist uns dadurch gelungen, dass die Kinder mindestens einen Brief pro Woche aus der Kita erhalten haben. Gleich am Anfang haben wir den Kindern die Geschichte von der kleinen Fichte zum Vorlesen geschickt, damit sie diese auch zu Hause hören können. Des Weiteren haben wir uns viele andere Aufgaben für die Kinder ausgedacht, wie z.B. Ausmalbilder, selbst gestaltete Suchbilder mit unserem Ort von der kleinen Fichte im Wald, Rätsel, Puzzles und vieles andere mehr.

Von einigen Familien haben wir die wunderbare Rückmeldung erhalten, dass der Wald mit dem Lieblingsbaum und dem Platz rund um die kleine Fichte zu einem wichtigen Anlaufpunkt innerhalb der Zeit des Lock Downs geworden ist. Zu einem Ort, an dem sich die Eltern mit ihren Kindern auch in schwierigen Zeiten wohl fühlen können, an welchem man gemeinsam die Natur entdecken und gemeinsame Erlebnisse haben kann.

Nach dieser langen Corona Pause und den Sommerferien war es schwierig, wieder gut an das Thema anzuknüpfen und unser Projekt weiter zu verfolgen. Dies ist uns nun aber gut gelungen und wir sind gespannt, wie die Kinder den Wald weiter erforschen, neues Wissen erwerben und erkennen, dass der Wald als Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen wichtig und darum schützenswert ist.

Wir haben uns auch in diesem Jahr bei der S.O.F. Save Our Future Umweltstiftung für die Auszeichnung zur „Kita 21“ beworben und unsere Bildungsarbeit für nachhaltige Entwicklung am Praxisbeispiel Baum /Wald dokumentiert. Wir konnten unsere ersten Ergebnisse, aber auch weitere Ziele für die kommende Zeit aufzeigen und deutlich machen, wie wichtig uns eine nachhaltige Arbeit mit den Kindern ist.

Die Jury hat sich entschieden, uns zum 2. Mal auszuzeichnen und unsere Bildungsarbeit, die sich an den vier Dimensionen der Nachhaltigkeit orientiert und unsere Kita damit zu einem Lernort für nachhaltige Bildung werden lässt, zu würdigen.

Antje Aderhold und das Team der Kita „Sonnenblume“

2022: Projekt Hühner

5 Hühner halten Einzug in unsere Kita – ein Projekt für alle Kinder der „Sonnenblume“

Dank der Idee unseres Fördervereins „Sterntaler“, einmal für ein paar Wochen Hühner in der Kita zu halten, konnten wir im Mai ein spannendes Projekt mit den Kindern gestalten.

Bevor die Hühner ankamen, haben wir uns mit den Kindern 2 Wochen intensiv mit dem Thema „Hühner“ befasst, um uns gemeinsam gut vorzubereiten und uns auf die Tiere einzustellen. Voraussetzung dafür war, dass sich alle Mitarbeiterinnen gut in die Thematik eingearbeitet haben. Denn es war auch für die meisten von uns Neuland, Hühner zu haben und für diese verantwortlich zu sein.

Als Einstieg in das Projekt haben wir mit den Kindern gemeinsam philosophiert und in Erfahrung gebracht, was sie schon über Hühner wissen, was sie gern über Hühner erfahren wollen bzw. was sie glauben, wie wir uns um die Tiere kümmern sollten.

Einige Fragen der Kinder:

  • Haben Hühner Zähne und bekommen sie auch einen Wackelzahn?
  • Warum geht das Ei nicht kaputt, wenn sich das Huhn darauf setzt?
  • Wann fühlen sich Hühner wohl?
  • Können Hühner klettern?
  • Was für Spitze „Dinger“ haben sie an den Füßen?

Was wussten die Kinder u.a. schon?

  • Hühner fressen Körner, Mais, Gemüse, Würmer, Gras
  • Sie picken ihre Nahrung mit dem Schnabel – aber sie picken sich auch gegenseitig, wenn sie Streit miteinander haben
  • Die Küken können nach dem Brüten schlüpfen, wenn sie genug Wärme bekommen haben
  • Die Menschen brauchen Eier zum Essen.
  • Der Mensch muss die Hühner füttern, ihren Stall ausmisten, ihnen Wasser geben und alles sauber halten.
  • Hühner brauchen einen Zaun, damit sie nicht fortlaufen und einen Schutz vor dem Fuchs.


Wir waren nach dem Philosophieren sehr beeindruckt, wie groß das Wissen vieler Kinder über Hühner war und mit wieviel Freude und Enthusiasmus sie erzählt und nachgefragt haben.

Täglich haben wir uns mit allen Kindern in der Halle des Elementarbereiches zum gemeinsamen Morgenkreis getroffen. Damit die Kinder schnell in das Projekt hineinfinden konnten, haben wir die Halle der Kita in einen Hühnerstall mit Hühnerleiter, Futtertrog, Nestern usw. umgestaltet. Darin wohnte „Henne Berta“ - eine Handpuppe - welche die Kinder täglich begrüßte und uns die gesamte Projektzeit über begleitet hat. Berta war sehr schnelle sehr beliebt bei den Kindern. Ihr fröhliches Gackern war gerade morgens sehr anregend.
Mittels einer selbstgeschriebenen Bewegungsgeschichte, die wir jeden Morgen vorgelesen und nachgespielt haben, konnten wir den Kindern den Tagesablauf eines Huhnes sehr gut näherbringen.

Die selbstgeschriebene Bewegungsgeschichte einer Erzieherin:
Morgens, wenn die ersten Sonnenstrahlen in den Stall scheinen, erwacht die Henne langsam. Sie öffnet nach und nach die Augen, setzt sich auf der Stange gemütlich hin und reckt und streckt sich. Als erstes wackelt sie mit ihren Flügeln, dann schüttelt sie ihre Beine aus und kreist ihren Kopf. Wenn sie wach und fit ist, geht sie auf Futtersuche. Sie scharrt mit ihren Füßen über dem Boden, bis die die oberste Schicht gelockert hat. Jetzt pickt sie mit ihrem Schnabel nach Körnern und Würmern.

Nun ist sie endlich satt und überlegt sich, wo wohl die schönste Stelle ist, um sich ein Nest zu bauen. Sie macht ihren Kopf ganz lang und schließlich findet sie eine schöne Stelle. Sie setzt sich nieder, wackelt noch einmal mit dem Po, damit eine kleine Kuhle entsteht und legt dort ihr Ei ab.

Jetzt ist sie bereit, sich um ihre Körperpflege zu kümmern. Wieder reckt und streckt sie sich und sucht nach einer geeigneten Stelle mit Sand. Da legt sie sich hinein und räkelt sich genüsslich mit ihrem ganzen Körper und wirft sich auch Sand zwischen ihre Federn.
Die Sonne steht inzwischen hoch am Himmel und es ist warm geworden. Die Henne legt sich gemütlich in die Wärme. Auf jeder einzelnen Feder merkt sie, wie sich die Sonnenstrahlen darauf ausbreiten.

Nun wandert die Sonne weiter und der Tag geht langsam zu Ende. Die Henne nimmt jetzt ein leckeres Abendbrot zu sich. Sie pickt mit ihrem Schnabel in der Erde und scharrt mit ihren Füßen. Der Bauch ist nun gut gefüllt und die Henne geht langsam in ihren Stall, sucht sich eine schöne Stelle, um sich schlafen zu legen. Ganz eng legt sie ihre Federn an und schließt mit dem letzten Sonnenstrahl ihre Augen.

Täglich haben wir mit den Kindern, nach dem Vorlesen dieser Geschichte, einen weiteren Punkt des Tagesablaufes – 1.Aufstehen/Morgenyoga – 2.Putzen – 3.Nestsuche – 4.Sonnen- und Sandbaden – 5.Nachtruhe – 6.Futtersuche den ganzen Tag über - besprochen und später in den jeweiligen Gruppen vertieft. Somit hatten alle Kinder zu Beginn des Tages den gleichen Ausgangspunkt und konnten dann individuell in den Gruppen ihren Fragen nachgehen und Inhalte weiterbearbeiten.
Durch das Auseinandersetzten mit diesen einzelnen Punkten, haben die Kinder sehr viel über das Leben der Hühner, ihr Verhalten und ihre Haltung erfahren.

Nun waren wir sehr gut auf den Tag vorbereitet, als endlich unsere 5 Hühner mit ihrem Zaun und ihrem Hühnerstall angekommen sind. (über „mieteeinhuhn.de“ sind die Tiere zu uns gebracht worden) Dies war für alle sehr, sehr aufregend. Denn jetzt waren sie wirklich da.
Aber wie konnten wir nun die Hühner gut versorgen? Wiederrum im Morgenkreis haben wir täglich einen „Hühnerdienst“ benannt, welcher die Hühner versorgen konnte. Darüber haben wir sehr akribisch Buch geführt, damit jedes Kind die gleichen Chancen bekommen hat. Denn am liebsten wollten die Kinder jeden Tag „Hühnerdienst“ sein. Täglich konnten pro Aufgabe 2 Kinder wählen zwischen: Körner geben, Wasser geben, Eier einsammeln und den Stall ausmisten. Weitere 3 Kinder hatten sollten immer wieder einmal nachschauen, ob es den Hühner auch wirklich gut geht. Für diesen Punkt haben 2 Elementarkinder 1 Krippenkind abgeholt und sind dann mit dem „Kleinen“ an der Hand, gemeinsam zu den Hühnern gegangen.

Für die Wochenenden konnten wir Eltern gewinnen, welche mit ihren Kindern in die Kita gegangen sind und die Hühner versorgt haben. Es gab eine große Bereitschaft bei den Familien, uns zu unterstützen und damit Teil unseres Projektes zu sein.
Es war uns sehr wichtig, den Kindern innerhalb der Projektzeit vielfältige Lernzugänge und umfassende Lerninhalte zu ermöglichen. Für uns als Kita, die sich auf den Weg gemacht hat, Bildung für nachhaltige Entwicklung zu leben, gab es damit unterschiedlichste Blickwinkel beim Herangehen an unsere Arbeit. Unser Anliegen, die Kinder für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen, mit der Natur und Umwelt zu sensibilisieren, konnte durch den direkten Kontakt zu den Tieren und den dabei gewonnen Erfahrungen wunderbar weiterverfolgt werden.

Wenn Kinder die Möglichkeit haben sich um ein Tier zu kümmern und dieses täglich zu beobachten, entsteht dadurch fast von allein ein Verantwortungsbewusstsein für das Tier. So haben die Kinder z.B. sehr gut sehen können, wenn sich die Hühner mittags hingelegt haben und Ruhe brauchten. Sie konnten so von allein eine Verknüpfung herstellen und ihr Verhalten entsprechend anpassen. Die meisten Kinder waren dann wirklich ruhig und leise. Auch das Sandbaden konnten die Kinder vielmals beobachten und haben dadurch sehr darauf geachtet, dass immer genügend sauberer Sand da war. Viel Spaß hatten sie beim Nachahmen der Bewegungen der Hühner. Beim Versorgen der Tiere bedarf es allerlei motorischer Fertigkeiten. Das Futter muss in den Napf geschüttet und das Wasser mit einer Gießkanne in die Hühnertränke gefüllt werden. Auch beim Streicheln oder Anfassen der Hühner muss mit großer Vorsicht agiert werden. Die Kinder konnten sehr genau auf die Signale achten, die das Tier aussendet. Da Hühner Fluchttiere sind und mit Angst auf hektische Bewegungen oder lautes Geschrei reagieren, müssen sich die Kinder entsprechend leise und langsam verhalten, um nah an ein Huhn heran zu kommen, es anzufassen oder zu streicheln. So üben sie sich ganz selbstverständlich in der Fremd- und Selbstwahrnehmung und verfeinern ihre Grob- und Feinmotorik.

Hühner werden in unserer Gesellschaft meist als Nutztiere gehalten. Die Kinder konnten durch unsere Tiere einen direkten Bezug zu Eiern und zum Fleisch herstellen. Aber nicht überall geht es den Hühnern so gut, wie bei uns in der Kita. Wir haben mit den Kindern über die unterschiedlichen Haltungsformen und ihre Unterschiede gesprochen. Dafür haben wir den Kindern mit Seilen ein Stück Wiese umrandet und aufgezeigt, wieviel 4qm Fläche ist, die einem Huhn in Freilandhaltung zur Verfügung steht. Für die Bodenhaltung haben wir 3 DIN A4 Seiten Papier aneinander gelegt, was dem Platz pro Huhn in dieser Haltungsform entspricht. Bei einer Kleingruppenhaltung stehen den Hühnern nur noch 1,5 DIN A4 Seite zur Verfügung. Dies selbst zu erfahren und zu sehen, war für die Kinder sehr eindrücklich. Sie konnten eigene Schlussfolgerungen ziehen, worauf man beim Kauf von Eiern oder Fleisch achten sollte.

Passend dazu haben wir mit den Vorschulkindern den Stempel auf dem Ei „gelesen“, um auch darüber den Bezug zu den unterschiedlichen Haltungsformen herzustellen.

Weiterhin haben wir uns gemeinsam mit den Kindern Wissen über die Anatomie des Huhnes, über unterschiedliche Rassen und über den Aufbau und den Nutzen von Federn erarbeitet. Die Kinder haben erfahren, wie ein Ei aufgebaut ist und wie es im Bauch der Henne entsteht. Unsere Hühner entstammten nicht alle derselben Rasse. Damit sahen sie nicht nur unterschiedlich aus, sondern sie haben auch unterschiedlich farbige Eier gelegt.

Darüber hinaus haben wir den Hühnerwagen in unserem Dorf besucht, unterschiedlichste Gerichte mit Eiern zubereitet und uns verschiedene Zubereitungsarten mit Eiern schmecken lassen. Durch all diesen Aktionen konnten wir alle (Kinder und Mitarbeiterinnen) sehr viele neue Erfahrungen sammeln, unser Wissen erweitern und Sichtweisen verändern. Die coolste Erkenntnis aber für die Kinder war: das Huhn stammt von den Dinosauriern ab.

Abschließend können wir sagen, es war ein tolles Projekt, eine sehr intensive Zeit, die uns auf unterschiedlichste Art und Weisen gefordert, uns aber auch sehr viel gegeben hat.

Vielen Dank unserem Sterntaler für diese Idee, die Organisation und finanzielle Unterstützung.

Antje Aderhold und das Team der Kita „Sonnenblume“

2023: Projekt Energie - 3. Auszeichnung als Kita 21

Kinder gestalten ihre Zukunft

Ich habe mir überlegt, für den Artikel der Dorfzeitung nichts „Neues“ zu schreiben, sondern dafür unseren aktuellen Brief an die Eltern der Kita zu verwenden. Dieser informiert sehr genau über unser gerade begonnenes Projekt, verdeutlicht unsere Herangehensweise, Gedanken und Ideen. Ich kann mir vorstellen, dass es für Sie als Leser*innen interessant sein kann, die Thematik „Energie“ einmal mit unserer „Brille“ zu betrachten.

Liebe Eltern,

bestimmt haben Ihnen Ihre Kinder schon von unserem neuen Projekt berichtet, Ihnen ihre neuen „Ausweise“ gezeigt oder Sie selbst haben in der Kita viele Zettelchen an Lichtschaltern, Steckdosen usw. entdeckt.

Wir sind vergangene Woche mit allen Kindern unserer Kita in unser neues, gemeinsames Projekt zum Thema „Energie“ eingestiegen.
Um die Kinder an das Thema „Energie“ heranzuführen, haben wir als ersten Schritt im Morgenkreis die Methodik des gemeinsamen Philosophierens anhand beispielhafter Gegenstände gewählt. In der Mitte des Kreises lagen viele unterschiedliche Gegenstände wie z.B. Mixer, Fön, Telefon, CD-Player, Thermometer, Spielzeug mit integriertem Licht, Glühbirne, Steckdose und Ladekabel. Nachdem die Kinder uns beschrieben haben, welche Gegenstände sie kennen, haben wir sie mit folgenden Fragen zum Nachdenken angeregt:

  • Wofür benötigen wir diese Gegenstände?
  • Was haben diese Gegenstände gemeinsam?
  • Wie könnte man diese Gegenstände sortieren?
  • Gibt es noch andere Möglichkeiten des Sortierens?
  • Was fällt euch noch dazu ein?


Relativ schnell erfolgten Aussagen wie:

  • „die Geräte brauchen alle Strom“
  • „manche haben eine Batterie und keinen Stecker“
  • „eine Batterie ist ein Akku, den man mit Strom aufladen kann“

Beim Philosophieren gibt es kein „Richtig“ oder „Falsch“. Jede Perspektive hat ihre Berechtigung. Es geht dabei eher um gemeinsamen Austausch, kreatives Denken, das Finden möglicher Antworten und darum, mutig zu sein oder mutiger zu werden und seine eigenen Ansichten zu äußern.

Kinder brauchen dabei begleitende Fachkräfte, die ihnen zu hören, ihre Fragen bzw. Ansichten aufnehmen, um sie auf der Suche nach eigenen Zusammenhängen, Begründungen und Schlussfolgerungen zu unterstützen. Diese Einstellung zu den Kindern ist uns sehr, sehr wichtig.

Um den Kindern weitere Gesprächsmöglichkeiten zu bieten und sich im Philosophieren zu üben, haben wir genau die gleiche Philosophierunde wiederholt, dieses Mal jedoch in 3 Gruppe, die wir je nach Alter unterteilt haben.
Im nächsten Schritt wurde mit jedem Kind ein Ausweis mit Bild und Unterschrift angefertigt. Damit sind sie alle zu echten „Energiedetektiven“ geworden, die sich nun auf die Suche nach Energie, Strom und elektrischen Geräten begeben haben. Alles was für die Kinder mit Strom/Energie zu tun hat, wurde mit einem kleinen Bildchen – einem „Energiefresser“ – gekennzeichnet.

Dies ist eine sehr aktive Anfangsmethode mit hohem Spaßfaktor, um die Entwicklung eines Bewusstseins zu ermöglichen, wie viele elektrische Geräte Energie benötigen und wie wichtig damit Energie für das Funktionieren unseres Alltages ist.

Damit die Kinder auch eine Verknüpfung in ihr häusliches Umfeld herstellen können, wollen wir die kleinen „Energiefresser“ mit nach Hause geben. Dort können die Kinder ebenfalls elektrische Geräte und alles, was mit Strom zu tun hat, kennzeichnen. Begleiten Sie gern Ihre Kinder dabei und kommen mit ihnen in einen gemeinsamen Austausch. Vielleicht erforschen Sie, wie oft welche Geräte benötigt werden oder tauschen sich zu Fragen aus, die in diesem Moment bei Ihren Kindern entstehen.

In dieser Woche beginnen wir mit den Kindern zu differenzieren, wo und wofür genau elektrische Energie für den Alltag benötigt wird. Ein Stromtagebuch kann verdeutlichen, wie oft benutzen wir den Lichtschalter, den CD-Player, den Herd usw.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, uns innerhalb der Projektzeit mit Fragen auseinanderzusetzen, wie z.B.:

  • Woher kommt Strom?
  • Wie kommt der Strom zu uns?
  • Woraus wird Strom gemacht?
  • Haben alle Menschen Strom?
  • Warum ist es wichtig, sorgsam mit Energie umzugehen?
  • Was ist Energie?
  • Welche Energieformen gibt es?
  • Wie kann man Energie sichtbar machen?
  • Wo können wir im Alltag Energie sparen?


Das Thema Energie hat viele Facetten. Ohne Energie gäbe es kein Licht, keine Bewegung, kein Geräusch, keine Wärme, keine Veränderung – kein Leben. Denn – Energie ist überall.

Wohin uns die Reise mit ihren Kindern führt, welche Interessen sie entwickeln, was sie begeistert, womit sie sich beschäftigen wollen, werden wir durch viele Aktionen, pädagogische Angebote, Gespräche und philosophische Runden herausfinden und damit gemeinsam das Projekt gestalten.

Dabei geht es uns nicht darum, komplexe Sachverhalte, schwierige Zusammenhänge und pures Wissen zu vermitteln. Das eigene Erleben und praktische Lernen stehen dabei an erster Stelle, um darüber den Kindern ein positives Bild von der Welt als Grundlage für zukunftsfähiges Denken und Handeln mitzugeben. Dies kann nur gelingen, wenn wir die Kinder ernst nehmen, sie in die Planung und Durchführung mit einbeziehen und vor allem ihre kindliche Neugier und ihren Entdeckungsdrang nutzen.

Natürlich kann man die Kinder durch das Akzeptieren von auferlegten Regeln dazu bringen, das Licht auszumachen oder den Wasserhahn abzudrehen. Aber nachhaltiges Handeln entsteht nur über ein Bildungsverständnis, das auf Selbständigkeit, Selbstbestimmung und pädagogische Angebote ausgerichtet ist. Daher sind wir sehr gespannt, ob es uns durch unser Projekt gelingt, dass die Kinder aus eigenem Antrieb und innerer Motivation heraus das Licht löschen, wenn sie z.B. aus dem Waschraum kommen.

Seit letzter Woche agieren unsere Kinder nun als Energiedetektive und wir wollen diese Begrifflichkeit innerhalb des Projektes auch weiterverwenden, diese jedoch auf ein wunderbares Buch mit dem Titel „Ein Königreich für die Zukunft – Energie erleben im Kindergartenjahr“ übertragen. In unserem weiteren Vorgehen werden wir uns an diesem Buch orientieren, um die Kinder in fantasievoller und spielerischer Art und Weise an das Thema Energie heranzuführen.

Dieser eben beschriebene Einstieg ins Projekt erläutert die Herangehensweise im Elementarbereich.

Selbstverständlich wollen wir auch mit unseren Kleinsten, den Krippenkindern, an diesem Thema arbeiten, Strom/Energie für sie erlebbar und im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar machen. Natürlich bedarf es in dieser Altersgruppe eines etwas anderen Herangehens. So haben sich die Krippis in den vergangenen Wochen mit Sonne, Regen, Wind und Schnee, also dem Wetter beschäftigt. All diese Wetterphänomene stecken voller Energie und waren ein guter Wegbereiter für das neue Projekt. In der Krippe ist für uns das Visualisieren von Dingen ein wichtiger methodischer Baustein, um Energie zu verdeutlichen. Als Einstieg haben die Kleinen mittels des Aufbaues eines Schaltkreises aus einem Elektrobaukasten erfahren können, was passiert mit einer kleinen Lampe, wenn man einen Schalter an und wieder ausmacht. In diesem Moment waren der Aha Effekt und der Spaß natürlich riesengroß. Auch die Krippenkinder wollen sich in ihren Räumlichkeiten auf die Suche nach elektrischen Geräten machen und herausfinden, wo es überall Strom gibt bzw. dieser genutzt wird. Die Fachkräfte in der Krippe haben sich im Vorweg einen möglichen Fahrplan überlegt, wie sie die Thematik weiter gestalten und vertiefen wollen. Mögliche Inhalte könnten sein:

  • Windenergie
  • Solarenergie
  • Vergleich früher – heute z.B. durch benutzen eines Mixers und eines Schneebesens beim Kochen
  • eigene Energie – Körperkraft, gesunde Ernährung

Anders als im Elementarbereich können wir mit den kleineren Kindern auf sprachlicher Ebene nicht so intensiv miteinander agieren. Sehr genaues Beobachten der Kinder ist Voraussetzung, um die Ideen und Interessen der Kinder zu erkennen, diese dann im weiteren Vorgehen aufzugreifen und durch entsprechende pädagogische Angebote erlebbar zu machen. (Basteln von Windrädern, Erstellen von Collagen, Spaziergänge…) Wenn es möglich und sinnvoll ist, werden sich die Krippenkinder an Aktionen des Elementarbereiches beteiligen und gemeinsam mit den Großen aktiv sein.

Einige von Ihnen werden sich nun fragen, warum wir uns für dieses Projekt entschieden haben. Dafür gibt es vielschichtige Gründe:

  • Die Phänomene von Energie und Strom kennen zu lernen, ihre Nutzungsmöglichkeiten im Alltag zu erkunden und sich spielerisch auf diesem Gebiet auszuprobieren ist Teil der Bildungspläne.
  • Strom und Energie sind ebenfalls zentrale Elemente im Bildungsbereich Naturwissenschaft und Technik. Aber auch im Bildungsbereich Medien und Kommunikation finden sich viele Anknüpfungspunkte, ebenso im Bildungsbereich Geschichte und in vielen weiteren Bereichen.
  • Über all diesen Inhalten steht der Leitgedanke einer Bildung für nachhaltige Entwicklung, um Kitas zu einem Lernort für zukunftsorientiertes Denken und Handeln zu machen. Bildungsziel hierbei ist die Förderung von Fähigkeiten und Gestaltungskompetenzen, um Verantwortung für sich, die Natur und Umwelt zu übernehmen.
  • Wir als Kita 21 wollen die Kinder unterstützen, im Rahmen ihrer kindlichen Lebenswelt ein entsprechendes Natur- und Umweltbewusstsein zu entwickeln und ihre Neugierde sowie ihren Tatendrang als Motor für die Auseinandersetzung mit diesen Themen zu nutzen.
  • Mit dem Projekt „Energie“ haben wir uns nun zum 3. Mal auf den Weg gemacht, um eine weitere Auszeichnung als Kita 21 zu erwerben und damit die Bedeutsamkeit einer nachhaltigen Bildung und Erziehung für uns als Kita, aber auch für Außenstehende sichtbar zu machen.

Vor dem Projektstart haben wir uns im Team intensiv mit der Thematik „Energie“ auseinandergesetzt. Jede Fachkraft hatte dabei einen anderen, eigenen Ausgangspunkt. Gerade diese Unterschiedlichkeit aber hat uns vorangebracht und geholfen, die Komplexität des Themas aufzulösen und gemeinsame Nenner und Anknüpfungspunkte zu finden.

Am Ende haben wir eine Mind Map als Grundlage für unser Arbeiten entwickelt. Diese finden Sie als Anhang in der Mail. Vielleicht nutzen Sie unsere erarbeiteten Sichtweisen als Ausgangspunkt, um sich der Thematik „Energie“ auf einem anderen Weg, als nur über den Frust der gestiegenen Energiepreise, den wir sicher alle empfinden, zu nähern. Dies ist überhaupt nicht wertend oder mit erhobenem Zeigefinger gemeint. Sie als Familien haben alle unterschiedlichen Sichtweisen bzw. Prioritäten und das ist gut so. Aber vielleicht ändert sich der eine oder andere Blickwinkel und eröffnet neue Sichtweisen. Bildung für nachhaltige Entwicklung kann nur im Miteinander gelingen. Es wäre schön, wenn Sie unsere Themen im familiären Umfeld aufgreifen und mitgestalten. Vieles von dem, was wir mit Ihren Kindern erarbeiten werden, stellen wir in der Halle des Elementarbereiches und im Krippeneingang aus. Diese Transparenz informiert Sie über den Fortgang des Projektes und kann helfen, die entsprechenden Themen zu Hause weiterzuführen.

Ein zweiter Eckpfeiler unserer Vorbereitung auf das Projekt war eine Fortbildung von 4 Mitarbeiterinnen bei der S.O.F. Umweltstiftung, um unser Wissen über nachhaltige Bildung und Entwicklung zu vertiefen und weitere Impulse für unsere Arbeit zu erhalten. In den vergangenen Jahren vor der Durchführung der ersten nachhaltigen Projekte haben ebenfalls schon 2 Fachkräfte das Angebot der Umweltstiftung genutzt. Es ist unser Ziel, dass in naher Zukunft das gesamte Team diese Qualifikation erwirbt.

Wir sind sehr gespannt, wohin uns der Weg führen wird, was wir alles mit Ihren Kindern erforschen und erleben werden.
Wenn Sie Ideen und Anregungen für uns haben oder jemanden kennen, der uns unterstützen kann, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit damit bereichern würden.

Durch die Veröffentlichung unseres Elternbriefes in der Dorfzeitung erreichen wir nun nicht nur unsere Elternschaft, sondern sehr viel mehr Menschen unseres Dorfes.

Wenn auch Sie Idee oder Anregungen für unser Projekt haben, freuen wir uns über ein Mail, einen Anruf oder kommen Sie gern in der Kita vorbei. Bildung für nachhaltige Entwicklung bedeutet eben auch, über die Kitagrenzen hinaus zu agieren und das Umfeld mit einzubeziehen.

Antje Aderhold und das Team der Kita Sonnenblume

Auszeichnungsveranstaltung

Wir sind „Kita 21“ – nachhaltige Bildung als zentrales Element unserer Bildungsarbeit

„Wenn an vielen kleinen Orten
viele kleine Menschen
viele kleine Dinge tun,
wird sich das Angesicht der Erde verändern“
Afrikanisches Sprichwort

Seit einigen Jahren haben wir uns auf den Weg gemacht, zu einem Lernort für nachhaltige Entwicklung zu werden. Wir nutzen Bildungsprozesse, um Kindern Grundeinsichten zu zentralen Fragen im Verhältnis Mensch und Natur und der Menschen untereinander zu ermöglichen. Damit wollen wir viele Gelegenheiten schaffen, damit die Kinder Sichtweisen, Wissen und Haltungen auszubilden können, die sie befähigen, die Welt im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung mitzugestalten.

Wie schon in einem vorangegangenen Artikel in der Dorfzeitung beschrieben, haben wir uns in diesem Jahr der wichtigen Thematik „Energie“ gewidmet und uns mit diesem Projekt zur Auszeichnung als „Kita 21“ beworben.

Mir ist es an dieser Stelle noch einmal sehr wichtig zu verdeutlichen, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) nicht nur bedeutet, interessante Projekte mit den Kindern durchzuführen. Es ist ein umfassendes Konzept, welches sich im gesamten pädagogischen Alltag widerspiegelt.

BNE bedeutet die Beachtung eines Dreiklanges, bestehend aus folgenden 3 Säulen, die ich jeweils mit einigen Beispielen belegt habe.


Um sich für die Auszeichnung als „Kita21“ zu bewerben, muss man einen sehr umfangreichen Dokumentationsbogen ausfüllen. In diesem wird die gesamte nachhaltige Bildungsarbeit unter Beachtung der oben genannten 3 Säulen erfasst.
Eine Jury, bestehend aus Fachkräften der Save our Future Umweltstiftung, Prof. Ute Stoltenberg und anderen Beteiligten beurteilen die geleistete Arbeit.

Hier ein Auszug aus dem Juryentscheid:

„Liebe Frau Antje Aderhold:
Die Jury freut sich, dass sich Ihre Einrichtung in diesem Jahr wieder um die Kita 21 Auszeichnung beworben und für die Durchführung der Bildungsarbeit das Handlungsfeld Energie gewählt hat. Beeindruckt zeigt sich die Jury von dem roten Faden, den Sie verfolgt haben und den vielfältigen Lernzugängen, die genutzt wurden. Das Philosophieren mit Kindern und die Arbeit der Energiedetektive haben dabei für einen tollen Einstieg gesorgt. Es war Ihnen möglich, alle Kinder zu beteiligen, auf individuelle Interessen einzugehen, auch einmal umzuplanen und den roten Faden dabei nicht zu vergessen.
Aus Ihrer Dokumentation wird deutlich, dass Sie bemüht sind, das gesamte Team mitzunehmen und z.B. durch die Mind Map und das Ausprobieren des Philosophierens mit den pädagogischen Fachkräften einen guten Start ins Thema zu finden. Die Jury ist erfreut, dass sich durch die Motivation des Teams und das Auflösen von Bedenken tolle Veränderungen in der pädagogischen Praxis ergeben haben. Die Jury bedankt sich außerdem für die ehrliche Reflexion der Herausforderungen……Wir freuen uns sehr Ihnen mitteilen zu können, dass sich die Jury für die Auszeichnung Ihrer Einrichtung als Kita 21 im Jahr 2023 entschieden hat.“

Dies bedeutet für unsere Kita die Anerkennung unserer nachhaltige Arbeit und ist natürlich ein sehr großer Erfolg. Damit erntet das gesamte Team der Einrichtung die Früchte für eine engagierte Bildungsarbeit.

Die Auszeichnungsveranstaltung fand in diesem Jahr im Rahmen des BNE Fachtages Schleswig Holstein in Kiel statt. Unsere Kita hat mit 3 Mitarbeiterinnen an diesem Fachtag teilgenommen, der in diesem Jahr unter dem Motto „Wiese, Wald und Stadtnatur – mit den Kindern biologische Vielfalt entdecken, begreifen, handeln“ stand.

Ich wurde gebeten, unter dem Tagesordnungspunkt: „Hervorragende Beispiele aus der Praxis“, in einem Vortrag die nachhaltige Bildungsarbeit unserer Kita vorzustellen. Allein diese Möglichkeit, die Arbeit unserer kleinen Kita „Sonnenblume“ auf so einem Fachtag präsentieren zu dürfen, ist schon eine große Auszeichnung für uns alle. Um das Motto „biologische Vielfalt“ aufzugreifen, habe ich unter anderem die Schaffung dauerhafter Bildungsanlässe anhand der naturnahen Gestaltung des Spielplatzes gewählt, um daran zu verdeutlichen, wie wir biologische Vielfalt in unserer Kita leben und umsetzen. Hier einige Beispiele dafür:

  • Einfassung von Sandkästen und Kletterbereichen mit Robinienstämmen
  • „Stammwald“ aus Robinienstämmen
  • Erhaltung großer Grünflächen
  • Anlegen eines Fühl Pfades
  • viele Blühstreifen auf dem Spielplatz
  • Bewirtschaftung der Hochbeete – Anbau, Pflege, Ernte und nutzen des Gemüses, der Kräuter an Kochtagen
  • Insektenhotel

In Arbeit sind:

  • Die Schaffung eines Naschgartens mit vielen unterschiedlichen Sträuchern und Bäumen. Dies ist ein Geschenk unseres Fördervereins „Sterntaler“.
  • Aufstellen einer Regentonne, um den Wasserkreislauf deutlich zu machen.

Im weiteren Verlauf bekamen alle auszuzeichnenden 17 Kitas aus Schleswig Holstein die Gelegenheit, ihre Arbeit zur Nachhaltigkeit Herrn Staatssekretär Johannes Albig anhand vorbereiteter Plakate vorzustellen und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Wir hatten das Gefühl, dass Herrn Albig das Thema der Nachhaltigkeit sehr am Herzen liegt, was durch sein Interesse und gezielte Fragen deutlich geworden ist.


Durch viele Fachvorträge, z.B. von Prof. Ute Stoltenberg, der Vorsitzenden der S.O.F. Umweltstiftung und die Möglichkeit der Teilnahme an unterschiedlichen Workshops haben wir diesen Tag für uns als große Bereicherung und impulsgebend für unser zukünftiges Handeln erlebt.

Mit der Auszeichnung als Kita 21 endete dieser Tag mit einem großen Höhepunkt und wir sind im Anschluss bereichert und innerlich berührt nach Hause gefahren.

Eine großartige Anerkennung für unser gesamtes Team!

Antje Aderhold


Damit Ihr Kind auf die Warteliste Ihrer Wunsch-KiTas aufgenommen und bei der Vergabe berücksichtigt werden kann, ist zwingend eine Anmeldung in der KiTa-Datenbank unter www.kitaportal-sh.de erforderlich.

Wichtig:
Bitte melden Sie sich bei allen für Sie in Frage kommenden KiTas an, um die Möglichkeit auf einen Betreuungsplatz zu erhöhen.
Bei einer gewünschten Betreuung in einer Einrichtung außerhalb von Schleswig-Holstein, wenden Sie sich bitte an den Kreis Herzogtum-Lauenburg für die Übernahme der Platzkosten.

Kontakt

Kindertagesstätte Sonnenblume »
Leitung: Frau Aderhold
Schlehenweg 11
21521 Kröppelshagen-Fahrendorf
Telefon: 04104 / 14 84
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