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Laudatio für die „Eschebürgerin 2017" Roswitha Oehr anlässlich der Festveranstaltung am 26. März 2017
Laudatorin: Heike Unterberg
Liebe Roswitha, liebe Familie Oehr,
liebe Gäste, liebe Freunde,
seit 2008 wird jährlich durch ein Gremium der Eschebürger, die Eschebürgerin gewählt, um bürgerschaftliches Engagement zu würdigen. In diesem Jahr wirst du, liebe Roswitha, für deine ehrenamtliche Arbeit in unserer Gemeinde ausgezeichnet.
Und ich sage es hier mit voller Überzeugung: in unserer Gemeinde gibt es kaum jemand, der diesen Titel mehr verdient hat als du. Mit wieviel Liebe, Zeit, Energie und Freude du seit fast 40 Jahren Dorffeste, Veranstaltungen, Gruppen und Vereine in Escheburg unterstützt hast; geleitet hast oder mal eben neu ins Leben gerufen hast, das ist schon einmalig.
Du hast durch außergewöhnliches, bürgerschaftliches Engagement diese Auszeichnung „Eschebürgerin 2017" zu werden, mehr als verdient.
Herzlichen Glückwunsch liebe Roswitha.
Aber bevor die offizielle Ehrung durch den Bürgermeister erfolgt, will ich ein wenig über dich und deine Arbeit berichten:
Roswitha wollte Friseurin werden und sie begann eine Ausbildung in einem Geesthachter Friseursalon. Gleich nach der Ausbildung besuchte sie die Meisterschule in Hamburg, die sie natürlich erfolgreich abschloss. So war Roswitha 1977 eine der jüngsten Friseurmeisterinnen.
Übrigens: Da viele Kunden von Roswitha aus Escheburg sind, weiß Roswitha immer bestens was so läuft im Dorf, oder???
In dieser Zeit lernte ich Roswitha kennen.
Es fehlten dann bald Übungsleiter für die Kinderturngruppen und Roswitha hat sich gemeldet und mal eben den Übungsleiterschein für das Kinderturnen gemacht. Wie es ihre Art ist, hatte sie sofort viele neue Ideen: Sommerfeste und Faschingsfeiern wurden organisiert. Wir wandern durch den Wichtelwald wurde von ihr ins Leben gerufen und es wurde der Renner für Groß und Klein.
Das Mutter-und-Kind-Turnen vom ESV fand wöchentlich statt und wurde 22 Jahre bis 2010 von Roswitha geleitet. Für dieses Engagement erhielt sie vom Deutschen Turnverband eine Auszeichnung für 20 Jahre Übungsleiterarbeit Kinderturnen.
Selbst geturnt hat sie natürlich auch, in der Frauengymnastik-Gruppe; hier war sie auch zeitweise Spartenleiterin.
Der ESV hat Roswitha auch schon für 25jährige Mitgliedschaft geehrt.
Ein großes Projekt, das du Roswitha aus der Taufe gehoben hast, ist der jährlich über die Grenzen Escheburgs hinaus bekannte ESV-Ostereiercup.
In diesem Jahr findet der Kinder-Turn-Wettkampf zum 19. Mal statt. Es nehmen immer ca. 10 Vereine teil, sie kommen aus Geesthacht, Schwarzenbek, Wentorf, Reinbek, Börnsen, Schnakenbek, Lauenburg und Bad Bevensen. Es ist ein Kinderturnwettkampf an Geräten mit festgelegtem Parcours. Nach einem anstrengenden Tag für Kinder und Betreuer gibt es bei der Siegerehrung Urkunden und kleine Geschenke für die Teilnehmer. Zuschauer sind immer herzlich willkommen. Es gibt reichlich Essen, Getränke, Kaffee und Kuchen. Vieles wird gestiftet und Roswitha schafft es jedes Jahr, genügend Helfer für die vielen, vielen Aufgaben, die an diesem Tag anfallen, zu mobilisieren. Toll Roswitha!!!!
Als unsere Kinder klein waren, gab es ja noch keinen Kindergarten; so war von der Familie Bublitz ein Vorschul-Kinderspielkreis eingerichtet worden. Donnerstags trafen sich Mütter und Kinder zum Basteln, Spielen und Singen. Die Leitung hatte ich dann übernommen als die Bublitz/Willasch-Kinder in die Schule kamen.
Im Herbst wurde abends mit den Müttern gewerkelt und gebastelt, damit wir zu Weihnachten einen Basar mit Tombola im Gemeindezentrum ausrichten konnten. Von dem Geld wurden dann Sommerausfahrten mit dem Bus organisiert. Roswitha war dabei und stets bereit, Aufgaben zu übernehmen.
Nachdem wir nun viel von Roswithas Aktivitäten für die Kleinen gehört haben, sind jetzt die Senioren dran, Roswitha sagt „meine Senioren".
Du bist zusammen mit Hans 27 Jahre im Seniorenbeirat gewesen und hast davon 21 Jahre den Vorsitz inne gehabt. Es blieb unter deiner Leitung nicht beim monatlichen Kaffeetrinken und 2 bis 3 Busausfahrten im Jahr, die übrigens immer toll geplant und super von dir durchorganisiert waren. (Wenn man 21 Jahre mal 2 -3 Ausfahrten rechnet, dann war der Seniorenbeirat in diesen Jahren mit Roswitha an mehr als 50 verschiedenen Orten in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen). Starke Leistung Roswitha.
Aber es gab auch neue Ideen für die Kaffee-Nachmittage. Es wurde gegrillt, Preisskat gespielt, es gab Waffelbacknachmittage, Faschingsfeiern, Oktoberfeste mit Musik- und Sketchunterhaltung, Theaterbesuche und es wurde zum Senioren-Frühstücks-Buffet am Sonntag-Vormittag eingeladen.
Jährliche Weihnachtsfeiern waren selbstverständlich, aber jedes Jahr sollte es ein anderes Programm geben - gar nicht so einfach, immer etwas Neues zu bieten. Aber du hast immer alle deine Beziehungen genutzt. Wir anderen vom Seniorenbeirat haben natürlich auch Ideen eingebracht und waren aktiv dabei. Jedenfalls sind alle Aktivitäten immer sehr gut angekommen. Es gab Nachmittags-Vorträge von der Polizei, unserer Feuerwehr, Erste-Hilfe-Aktivitäten, Notfallausweis-Aufklärung, Handhabung des Defibrillators, Hilfe durch Pflegedienste, Rechtsberatung usw.
Wenn die Senioren unser Schwein, das immer auf dem Tresen stand, als kleines Dankeschön gefüttert hatten, dann hast du für uns Helferfrauen einen Ausflug oder ein Wochenende geplant und organisiert. Und so waren wir mit dir z. B. in Rothenburg ob der Tauber, in Husum, bei Emil Nolde, in Friedrichstadt und auf der Insel Sylt. Toll war das und es hat den Zusammenhalt im Beirat sehr gestärkt. Aber das reicht immer noch nicht.
Roswitha hat das monatliche Senioren-Basteln eingeführt und 10 Jahre geleitet. Interessierte Frauen trafen sich im Gemeinde-zentrum. Roswitha hat das Material eingekauft und die Ideen entwickelt und so wurden tolle Dinge gewerkelt: Glückwunschkarten, Fensterbilder, Schmuck, Deko-Artikel und viele Dinge mehr. Am Kaffee-Nachmittag wurde dann einiges für einen guten Zweck verkauft.
Nun kommen noch deine Reisen. 13 Jahre hast du Seniorenreisen durchgeführt. Jeweils ein Bus fuhr von Escheburg für 1 Woche in verschiedene Regionen in Deutschland. Die gesamte Planung, Organisation lag in deinen Händen, das Risiko hast du allein getragen, lediglich das Reisegeld hat Detlef Tiedemann verwaltet. Ich denke alle, die mit dir unterwegs waren, erinnern sich sehr gern. Viele wären ohne dich nicht verreist und so hast du wieder mal ehrenamtliches, bürgerliches Engagement mit großem persön-lichem Einsatz für unser Escheburg bewiesen und durchgeführt.
Roswitha sagt von sich selber, ich mag Menschen und es macht mich glücklich, wenn ich für Jung und Alt, Klein und Groß etwas bewegen kann, um andere auch glücklich oder wenigstens ein bisschen zufriedener zu machen.
2011 hatten wir das europäische Jahr des Ehrenamtes, um die Bedeutung in der Gesellschaft herauszustellen. Du, liebe Roswitha, repräsentierst in besonderer Weise das Wesen der bürgerschaftlichen, ehrenamtlichen Tätigkeit in einer Gemeinde.
So, das hörte sich ja eben wie ein Schlusswort an, aber nix da, es geht noch weiter:
Escheburger Feuerwehr!
Wenn Hilfe gebraucht wurde, Roswitha und Hans meldeten sich „zum Dienst".
10 Mal (das heißt 10 Jahre lang) wart ihr für die Pausen-Organisation beim jährlichen Feuerwehrmarsch der „freiwilligen Feuerwehr Escheburg" zuständig. Die Pause (es gab Getränke und Bewirtung) fand jeweils in eurer Garage in der Bergsiedlung statt. Roswitha, du hast doch auch mal für die Feuerwehr einen Wandteppich mit Wappen geknüpft, oder? Gibt es den noch?
Escheburger Vogelschießen
Zu der Zeit, als ich für das Vogelschießen zuständig war, als Vorsitzende des Ausschusses für Schule, Kultur, Jugend und Sport, haben wir in der neuen Schule schöne Feste über 3 Tage organisiert. Neue Ideen wurden entwickelt; es gab 3 Tage Festivitäten und es war in und vor der Schule richtig viel los. Tanzveranstaltungen am Freitag und am Samstag, Frühschoppen am Sonntag, Kinderaktivitäten, eine Tombola und Buden vor der Tür. Das Schulprogramm lief natürlich zusätzlich, Spiele, Umzug und Kürung der Könige und Königinnen und die Volkstänze.
Aber es ist einfach so, wenn man bei Roswitha und Hans angefragt hat, ob sie helfen können, dann konnte man sicher sein, dass auch ein Ja und Hilfe kam, was bei anderen oft nicht der Fall war und ist.
Asylbewerber in Escheburg
Roswitha betreut seit 1 ½ Jahren vier syrische Familien. Eine Familie wohnt noch in Escheburg, die anderen leben inzwischen in Börnsen und Dassendorf. Sie ist sehr stolz, dass ihre Syrer so gut vorankommen. Heute sind auch einige ihrer Syrer als Gäste hier dabei. Roswitha, kannst du sie begrüßen, vielleicht auf syrisch?
Aktivitäten außerhalb Escheburgs
Roswitha walkt im Winter und schwimmt im Sommerhalbjahr in Geesthacht mit der Frühschwimmergruppe (auch hier kann sie es nicht lassen und ist aktiv; sie veranstaltet z. B. jährlich mitten im Sommer eine Weihnachtsfeier mit Tannenbaum und Weihnachtsmann).
Und wer so gesund lebt, was macht der wohl auch? Ja richtig: Blut spenden! 130 mal war Roswitha bis heute schon zum Spenden und sie wurde nach der 100ten Spende im Rathaus in Hamburg hierfür geehrt. Toll Roswitha.
So nun kommt wirklich der letzte Satz.
Jetzt wollt ihr Beide ja viel Zeit im schönen Timmendorf an der Ostsee verbringen, wo ihr ein neues Domizil erworben habt. Ich wünsche Euch für diese kommende Zeit Gesundheit, Glück und Zufriedenheit. Aber ich bin sicher, Roswitha, dein Herz wird weiterhin für unser auch so schönes Escheburg schlagen.
Escheburg sagt Danke Roswitha!!!
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