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Laudatio für den „Eschebürger 2018" Franz Wohltorf anlässlich der Festveranstaltung am 29. April 2018
Laudator: Karsten Melchert
Lieber Franz, liebe Christa und Familie Wohltorf,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Escheburger und „Eschebürger",
seit 10 Jahren (2008 das erste Mal) schlägt das „Gremium Eschebürger" Personen vor, die für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit oder herausragenden Leistungen zum Wohle der Gemeinde Escheburg mit dem Titel „Eschebürger" ausgezeichnet werden sollen. Auch dieses Mal folgte die Gemeindevertretung dem Vorschlag, Franz Wohltorf zum „Eschebürger 2018" zu ernennen.
Herzlichen Glückwunsch mein lieber Franzl
Schon seit deinem 18. Lebensjahr, also seit 1959 hast du dich ehrenamtlich in den verschiedensten Institutionen und auch bei besonderen Aktionen der Gemeinde engagiert und mit viel Sachverstand, Liebe, Zeit und Energie die Geschicke der Gemeinde mitgeprägt. Hierfür möchten wir dir an dieser Stelle unseren Dank und unsere Anerkennung aussprechen und würdigen es mit der heutigen Auszeichnung durch unseren Bürgermeister zum „Eschebürger 2018".
Aber bevor der Bürgermeister die offizielle Ehrung vornehmen wird, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um über dich und dein Wirken in Escheburg zu berichten.
Franzl, du bist ein Escheburger Urgestein, geboren am 07. August 1941 in Reinbek, wohnst du seit dieser Zeit in deinem wunderschönen Reetdachhaus am Dorfplatz 7. Gemeinsam mit deinem Bruder dort aufgewachsen, lebst du hier auch heute noch mit deiner lieben Frau Christa und auch eure Kinder hatten hier ihre glückliche Kindheit. Es ist das schöne reetgedeckte Bauernhaus des Rosenhofs Wohltorf, das auch zu sehen ist, wenn man die Internetseite des Amtes Hohe Elbgeest für den Teil der Gemeinde Escheburg aufruft. Dass der Rosenhof Wohltorf die Hausnummer „7" hat, ist wohl kein Zufall, ist doch die Zahl 7 ein fester Bestandteil in deinem Leben. Geboren am 7. August, die lange Treppe, bevor man vor der Haustür steht hat 2 x 7 Stufen, deine liebe Frau Christa ist an einem 7.7. geboren und jeder deiner Trecker und jedes Auto trägt die "7" im Kennzeichen. Das sind nur einige Beispiele für die besondere Bedeutung der Zahl „7" in deinem Leben.
Dein schulischer Grundstein wurde in der Grüppentalschule sowie in der Bergedorfer Schule in der Spieringstraße gelegt. Deine Gärtnerlehre von 1958 - bis 1961 hast du in Curslack in einem Betrieb für Rosen, Nelken, Maiblumen, Freesien und Tulpenzucht absolviert. Hier waren 4 Gärtner und 8 Lehrlinge beschäftigt. Nach der Lehre hast du die Landwirtschaftsschule besucht und bist danach in deinen Lehrbetrieb für weitere Gesellenjahre zurückgekehrt.
In dieser Zeit hast du deine Frau Christa kennengelernt und 1965 wurde geheiratet. Eure beiden Töchter Petra und Kirsten wurden geboren.
Der Grundstein für den Weg in die Selbständigkeit 1971 wurde mit dem Bau des ersten Treibhauses in der Lindenbreite 1969 gelegt. Bis in die 80er Jahre folgten weitere Treibhäuser und in dieser Zeit gab es auf dem Hof auch noch Rinder, Schweine und kleines Geflügel für den Eigenbedarf. Nach und nach gewann der Anbau und der Verkauf von Blumen immer mehr an Bedeutung, so dass die Erweiterung des Blumenangebotes mit Forsythien und Maiblumen im Freiland nur eine logische Folge war. In der sechs- bis siebenwöchigen Maiblumenzeit wurden Saisonhilfen benötigt, die hauptsächlich in den Frauen aus der Nachbarschaft gefunden wurden. Es war immer eine heitere Runde, bei der über das Neueste und Aktuellste aus dem Dorf gesprochen wurde. Ein Zitat aus dieser Runde: „So, nun haben wir das ganze Dorf durchgeratscht - jetzt fangen wir wieder von vorne an". Aber auch diese Zeit ging vorbei. Der Rosenanbau wurde intensiviert und um neue Absatzmöglichkeiten zu schaffen, wurde dies 1984 mit einer eigenen Standfläche auf dem Blumengroßmarkt verwirklicht. Ab 2 Uhr in der Früh steht Christa bis heute noch immer ihren „Mann" auf dem Großmarkt.
Einen großen Teil deiner Freizeit hast du in der Escheburger Feuerwehr verbracht.
1959 bist du hier eingetreten und nach 47 aktiven Jahren in der Einsatzabteilung im Jahre 2006 in die Ehrenabteilung übernommen worden. Als aktiver Kamerad warst du 22 Jahre im Vorstand tätig und hast die Gruppenführung sowie den Posten des Kassenwarts bekleidet. Als Kassenwart wurde dir auch der Titel „sparsamster Kassenwart" verliehen. Für deine Verdienste um das Feuerwehrwesen wurde dir das Schleswig-Holsteinische Feuerwehr Ehrenkreuz in Bronze verliehen. Stets hast du den Kontakt zu den Nachbarwehren gepflegt, besonders zu Kameraden der Wehr in Hohenhorn. Noch heute gibt es regelmäßige Zusammentreffen mit guten Gesprächen bei gutem Essen über alte und auch die neuen Zeiten. Das Amtswehrfest ist für dich nicht nur eine Pflichtveranstaltung, denn wenn du die Zeit findest, bist du heute noch beim Antreten und Marschieren mit Leib und Seele dabei und fieberst mit den jungen Kameraden bei der Übung mit. Immer wenn die Feuerwehr dich, deinen Rat, deine Unterstützung oder deinen Kühlraum brauchte, hast du ein offenes Ohr und hast geholfen. Genauso verhält es sich auch mit der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr. Franzl ist auch heute noch so gut wie immer anwesend. Aber jetzt muss ich etwas ansprechen, das nicht nur mir am nächsten Tag sehr starke Kopfschmerzen bereitet hat, sondern auch vielen Kameraden und Gästen: Den sogenannten „Überhänger" oder auch flambierten Korn - das ist ein Kurzer mit einem Appetitsild (Fisch). Seit Jahrzehnten reicht Franzl nach der JHV dieses zu Recht gefürchtete Getränk und ich vermute, dass auch heute ein „Überhänger" von Franzl gereicht wird.
Nicht weniger groß war Franzl`s Engagement bei den alljährlichen Vorbereitungen des Escheburger Vogelschießens.
Als Wegbereiter bei der Ausrichtung und Organisation des Vogelschießens hast du immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Ein Vogelschießen nach alter Tradition fand an drei Tagen, mit einem bunten Abend am Freitag, einem Ball mit Tanz am Sonnabend sowie einem Frühschoppen am Sonntag zum Ausklang statt. Was wurde nicht alles auf die Beine gestellt: eine Tombola, verschiedene Künstler, Artisten, Schausteller, Schiffsschaukel, Schieß- und Würstchenbude. Vom Zelt bis hin zu den Schaustellern wurde alles genau geplant und organisiert. Selbst ein Besuch im Hansa Theater fand statt, um sich von der Qualität und Eignung der Künstler zu überzeugen und um sie dann zu engagieren. Die Planungen starteten bereits im November des Vorjahres und endeten erst mit dem Beginn des Vogelschießens.
Eine weitere Leidenschaft hast du dann im Gesangverein von 1893 gefunden.
Der unhaltbaren Behauptung eines ehemaligen Lehrers zum Trotz, du seist unmusikalisch, warst du im Escheburger „Gesangsverein von 1893" aktiv. Leider zeugt nur noch eine Fahne im Gemeindezentrum von dessen Existenz. Deine Stimme hatte nicht nur hier, sondern auch im Chor großes Gewicht. Dein 1. Bass war stets gefragt und von klarer Struktur. Viele Übungsabende für öffentliche Auftritte hast du mitgestaltet und so mancher Trinkspruch in geselliger Runde wurde von deiner kräftigen Stimme angesungen.
Gerne erinnern wir uns auch an die auf dem Rosenhof Wohltorf stattfindenden Weihnachtsmärkte.
5 Jahre lang fand bei dir auf dem schönen Hof ein Weihnachtsmarkt statt. Eine Veranstaltung für Groß und Klein, bei der immer etwas los war. Es gab Ponyreiten für die Kleinen, eine Tombola und ein gemütliches Beisammensein, wo über alles und nichts diskutiert wurde. Die Jugendfeuerwehr hat frische Waffeln gebacken, der Sportverein Würstchen gegrillt und es wurde Kinderpunsch für die Kleinen und Glühwein für die Großen ausgeschenkt. Das Alles sorgte für eine schöne und ausgelassene Atmosphäre auf dem Hof und in der Diele. Hier konnte das Gemeindeleben in geselliger Runde gefestigt werden und die Gemeinschaft fand neue Impulse. Ganz nebenbei konnte man noch einen Weihnachtsbaum erwerben und mitnehmen und wenn nicht, wurde dieser auch in den Tagen darauf von Franzl persönlich angeliefert.
Auch sehr engagiert warst du im CDU Ortsverein Escheburg-Voßmoor.
Seit 1973 warst du auch politisch aktiv und mit dem Eintritt in den CDU Ortsverband Escheburg Voßmoor startete deine politische Karriere. Aufgrund deines Wissens über unser Dorf und deine freundliche und kompetente Art wurdest du auch bald zum Gemeindevertreter gewählt. Politische Stationen während deiner Zeit im Gemeinderat waren der Planungsausschuss sowie der Umweltausschuss, bei dem du auch den Vorsitz hattest. Ich kann mich noch recht gut an einen Umwelttag (Müllsammeln) erinnern, an dem uns auf deine Initiative hin, überregionales Interesse und Anerkennung durch den Rundfunk zu Teil wurde. Dein „Güldner" Trecker mit Anhänger und der „Hanomag", dein Schmuckstück Nummer 2 waren auch mit dir als Fahrer immer mit dabei. Gemeinsam mit deiner lieben Frau Christa, der unangefochtenen Nummer 1 in deinem Leben, ward ihr für die CDU auch im Seniorenbeirat der Gemeinde tätig. Auch für die Veranstaltungen der CDU, wie Preisskat und Ausfahrten des Ortsvereins bist du nicht immer nur ein kompetenter Ansprechpartner, sondern stets mit Rat und Tat zur Stelle gewesen.
Viel Zeit hast du für die Aktivierung des Treckers aufgebracht.
Nach Jahren im Dornröschenschlaf und verschiedenen Angeboten ihn zu übernehmen, wurde von dir die Renovierung deines „Hanomag " Baujahr 1959 in Angriff genommen - und, so muss ich neidvoll anerkennen, Top abgeschlossen. Dein Eintritt in den Traktoren Oldtimer Club Hamburg war mit diesem Schmuckstück nur eine Formsache. Dass du bei vielen Treffen und Ausfahrten dabei bist, ist für dich eine Selbstverständlichkeit. Beim Erntedankumzug in Vierlanden seid ihr beiden fest eingeplant und immer ein Publikumsmagnet.
Das Wort „Publikum" ist hier das Stichwort. Denn heute stehst du, Franzl, vor deinem Publikum.
Damit diese Veranstaltung ein fester Bestandteil Escheburgs bleibt, ist es wichtig, dass sich weiterhin Bürger ehrenamtlich engagieren. Es ist der Gemeinde wichtig, Menschen zu würdigen und ihnen öffentlich „Danke" zu sagen. Die Anerkennung soll Ansporn und Vorbild für andere sein, sich ebenfalls in Ehrenämter einzubringen. Es ist ein Geben und Nehmen von Energie und Zeit, bei einem Zugewinn an Erfahrung und Bildung der Persönlichkeit.
In diesem Sinne: Danke Franzl
| Montag | 9.00 - 12.00 und 14.00 - 18.00 Uhr |
| Dienstag | 9.00 - 12.00 Uhr |
| Mittwoch | geschlossen |
| Donnerstag | 7.00 - 12.00 Uhr |
| Freitag | 9.00 - 12.00 Uhr* |
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