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Drei Informationssysteme für Starkregen-Ereignisse

HAMBURG WASSER ist in Dassendorf für die Schmutzwasser-Beseitigung zuständig. Für die Oberflächen-Entwässerung besteht ein getrenntes System, das von der Gemeinde unterhalten wird. HAMBURG WASSER führt dafür als Fachfirma ggf. auch Arbeiten wie Kanalbefahrungen an Regenwasserkanälen in Dassendorf durch. In der Sitzung des Hamburger Stadtentwässerung (HSE)-Beirats wurde somit auch das Thema „Starkregen“ thematisiert.

Starkregen-Karte
Diese gibt als öffentliches Informationssystem Auskunft zu Starkregen und Vorsorge. HAMBURG WASSER veröffentlicht auf seiner Internetseite „Starkregen in Hamburg - Hamburg Wasser“ eine Starkregenkarte, in der die Radardaten des Deutschen Wetterdienstes und die Regendaten eigener Messstellen kombiniert sind. Hier kann man in Echtzeit ein Regen-Ereignis verfolgen und somit Informationen erhalten, ob dieses vielleicht eine kommende Gefahr darstellt. In dieser Karte können auch historische Daten eines vergangenen Regenereignisses abgerufen werden.
Die Starkregenkarte dient in erster Linie der Sensibilisierung der Öffentlichkeit und klassifiziert die Regenereignisse nach dem Starkregenindex 1 bis 12. Die Ableitung von Starkregen des Index 1 und 2 ist über das vorhandene Regenentwässerungssystem gewährleistet und unterliegt somit der Zuständigkeit des Abwasserbeseitigungspflichtigen. Nach Auskunft von HAMBURG WASSER sind 90 % aller Regenereignisse keine Starkregen oder sind dem Starkregenindex 1 und 2 zuzuordnen.
Ab dem Starkregenindex 3 bis 5 spricht man von einem intensiven Starkregen, der alle 10 bis 30 Jahre vorkommt und zu kleinräumigen Überflutungen führen kann. Hierfür hat jede Bürgerin und jeder Bürger nach Auskunft von HAMBURG WASSER eine Eigenvorsorge zu treffen, z.B. durch den Einbau von Schwellen oder Fluttoren.
Ab Index 6 gewinnt neben der Eigenvorsorge der Katastrophenschutz zunehmend an Bedeutung. Hierbei handelt es sich um außergewöhnliche und extreme Starkregen.

Starkregen-Hinweiskarte SH
Sie macht künftig potenzielle Gefahren sichtbar. Darüber hinaus wird zurzeit vom Bundesamt für Kartographie und Geodäsie für einzelne Bundesländer eine Starkregen-Hinweiskarte erstellt.
Für Schleswig-Holstein soll sie laut Internetseite ab Ende 2023 zur Verfügung stehen, ist derzeit öffentlich jedoch noch nicht einsehbar. Diese Karten basieren auf einer topographischen Simulation mit Darstellung der Fließwege, jedoch ohne Berücksichtigung der Kanalisation. Sie machen potenzielle Gefahren sichtbar.

Starkregen-Gefahrenkarten
Diese werden individuell beauftragt. Sie basieren auf der Starkregen-Hinweiskarte und sind zusätzlich um Simulationen von verschiedenen Starkregen-Szenarien (Starkregen-Index) ergänzt.
Die Starkregen-Gefahrenkarten sollen der Öffentlichkeit Hinweise auf mögliche Gefahren bei Starkregen geben. Neben Informationen der Topografie fließen bei Starkregen-Gefahrenkarten zusätzliche Informationen zur Versickerungsfähigkeit der Böden und auch über das Kanalnetz und weitere Entwässerungssysteme ein. Grünflächen, Bebauung und Straßen sind ebenfalls dargestellt. Das 3-dimensionale Modell kann als digitaler hydraulischer Zwilling der Realität gesehen werden, auf dem verschiedene Szenarien abgebildet werden können. Eine Starkregen-Gefahrenkarte erstellt HAMBURG WASSER zurzeit im Auftrag für die Stadt Hamburg.

HAMBURG WASSER hat der Gemeinde Dassendorf in der HSE-Beiratssitzung anhand einer Simulation gezeigt, wie die Starkregen-Gefahrenkarte funktioniert und welchen Nutzen sie als Planinstrument hat. Dies wird die Gemeinde in ihre Überlegungen zum Umgang mit Vorsorgemaßnahmen für Starkregenereignisse einfließen lassen. HAMBURG WASSER bietet der Gemeinde Dassendorf an, dafür als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

Bürgermeisterin Martina Falkenberg